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Saar-Handwerk will digitaler werden

Frisuren-Ratschläge vom Friseur, Rezeptvorschläge für den Schmorbraten vom Metzger um die Ecke, die neuesten Brillentrends vom Augenoptiker – gesendet auf den heimischen PC oder das Smartphone. „Das sind einige der Möglichkeiten, die das Internet und die Digitalisierung auch für Handwerksbetriebe eröffnet“, sagte gestern Abend Bernd Wegner , Präsident der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK). Die Beispiele präsentierte er auf einer HWK-Veranstaltung zum Thema „Handwerk und Digitalisierung “, die den Betrieben zeigen sollte, dass die virtuelle Welt der Bits und Bytes auch im Handwerk niemanden mehr kalt lassen kann. Wegner erinnerte aber auch daran, dass die Digitalisierung für viele Handwerksbranchen schon täglich gelebte Realität und für die Firmenexistenz unerlässlich ist. So müssten Kfz-Techniker heute Autos warten, die eher fahrbaren Computern ähneln.

 

Dennoch ist der Weg noch weit, bis die Digitalisierung umfassend im Handwerk angekommen ist. Das wissen auch Wegner und HWK-Hauptgeschäftsführer Arnd Klein-Zirbes. Aus einer Umfrage des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) geht hervor, dass etwa sechs Prozent aller deutschen Handwerksbetriebe überhaupt keinen Bezug zur digitalen Welt haben. In der Firma steht kein PC, und die E-Mail ist in diesen Unternehmen als Kommunikationsform auch noch nicht angekommen. Das heißt im Umkehrschluss zwar, dass 94 Prozent aller Handwerksunternehmer digitale Geräte wie PCs, Notebooks , Tablets oder Smartphones nutzen. Doch über eine eigene Internet-Seite verfügt nur knapp die Hälfte der Betriebe. Lediglich 8,1 Prozent setzen das Web als Vertriebskanal ein und nur jeder Achte sucht online neue Mitarbeiter.

 

Ein Ärgernis für das Handwerk ist, dass die Netze teilweise noch unzureichend ausgebaut sind. Hier Lobby-Arbeit zu leisten, sieht der HWK-Präsident auch als eine wichtige Aufgabe für die Kammer. Bei der Landesregierung stößt Wegner damit auf offene Ohren. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer ( CDU ) betonte gestern erneut, dass im Saarland ein schnelles Netz mit einem Datenfluss von 50 Megabit pro Sekunde schon im Jahr 2018 flächendeckend weitgehend Realität sein kann. Helfen würden hierbei die 7,8 Millionen Euro, die das Bundesverkehrsministerium zugesagt hat.

 

Die HWK wolle allerdings auch die Weiterbildung und das Beratungsangebot auf die Digitalisierung zuschneiden, sagte Klein-Zirbes. Das könnten Angebote im Bereich der IT-Sicherheit sein oder aber auch, wie die Handwerker das Netz für den Vertrieb oder die Beschaffung von Ersatzteilen nutzen können.

 

Saar-Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ( SPD ) verwies darauf, dass das Internet auch bei der Lehrlings-Ausbildung immer wichtiger wird. So sei es heute schon möglich, den Lernstoff der Berufsschulen mit den Qualifikations-Anforderungen der Betriebe über das Internet abzugleichen. Bei der HWK wird dieses Vorhaben über das Projekt „Kola“ nach vorne gebracht.

 

Meinung:

 

Internet als Standortvorteil

Von SZ-Redakteur Joachim Wollschläger

 

Schaut man sich die Nutzungsgewohnheiten der Handwerksbetriebe an, zeigt sich, dass viele nur die grundlegenden Funktionen des Internets nutzen. Über die Hälfte hat nicht einmal eine Internet-Seite. Ob der Breitbandausbau vor diesem Hintergrund das drängendste Problem der Handwerker ist, sei dahingestellt. Dass das Saarland trotzdem die Versorgung mit schnellem Internet vorantreiben muss, bleibt unbenommen. Weil es schlicht und einfach ein Standortvorteil ist. Bei Neuansiedlung ist die Internetverfügbarkeit ein Argument – bei der Industrie wie auch beim Handwerk .
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