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Saar-Handwerker beklagen marode Straßen

Karl-Friedrich Hodapp ist sauer. Der Chef einer Tischlerei in Saarbrücken mit 25 Mitarbeitern hat seit den Umleitungen auf der Fechinger Talbrücke nur noch Scherereien. „In meinem Betrieb entstehen erhebliche Kosten durch die Verzögerungen beim Anfahren unserer Baustellen im Umkreis von 200 Kilometern“, sagte der Tischler gestern auf einer Pressekonferenz der Handwerkskammer (HWK) zur Beurteilung der Qualität der Straßen an der Saar.

 

Acht Mitarbeiter seien täglich mit Fahrzeugen unterwegs „und verlieren jeden Tag insgesamt vier Arbeitsstunden im unplanmäßigen Stau. Dies verursacht im Monat Kosten von rund 4000 Euro, also etwa 48 000 Euro im Jahr“, sagte Hodapp. Der Handwerker hat ausgerechnet, dass alleine für die 3000 baunahen Handwerksbetriebe an der Saar monatlich Kosten im hohen zweistelligen Millionenbereich entstehen.

 

Das Baustellenmanagement unter Federführung des Landes hält der Tischler für unprofessionell. „Eine leistungsfähige Umleitungsstrecke existiert nicht. Die L 108 musste erst notdürftig ertüchtigt werden und sollte nur in eine Richtung für Lkw befahrbar sein. Die zweite Umleitung sollte über Scheidt verlaufen. Aber auch dort befindet sich eine Baustelle mit Ampelregelung, was zu großen Behinderungen führt. Auch das meine ich mit Baustellenmanagement.“ Bernd Wegner , Präsident der Handwerkskammer (HWK), verweist auf eine Sonderumfrage unter 1400 Betrieben. Nur 4,8 Prozent bezeichnen den Zustand der Straßen als sehr gut, 14,5 Prozent als gut, 24,5 Prozent als befriedigend, 21,3 Prozent als ausreichend und 12,5 Prozent als mangelhaft. 22,5 Prozent äußerten sich nicht. „Es zeigt sich, dass ein nicht unerheblicher Teil des Handwerks von maroden Straßenverhältnissen betroffen ist“, sagte Wegner.

 

Er sieht „großen Handlungsbedarf“, denn „eine ungenügend instand gehaltene Straßeninfrastruktur beeinflusst den Geschäftsbetrieb negativ“. Allerdings schneide man im Bundesvergleich noch relativ gut ab. „Der Zeitverlust, den ein Unternehmen an der Saar wegen mangelhafter Straßeninfrastruktur erleidet, wird im Schnitt mit 4,3 Stunden angesetzt, während er im Bundesschnitt bei 7,4 Stunden pro Woche liegt.“ Wegner appelliert an das Land, den Schwerpunkt in den Investitionen auf die Erneuerung der Straßen zu legen. „Dies ist eine Grundvoraussetzung für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandortes.“ Nicht die Fechinger Talbrücke sei das Hauptproblem, da deren Sperrung zeitlich mit dem Ende der Umfrage zusammenfiel. 54,8 Prozent der Befragten nannten Baustellen, gefolgt von Staus (30,3 Prozent) und generell überlastete Straßen. Dann erst folgt mit 21 Prozent die Sperrung von Brücken und Straßen. Am häufigsten nutzen Handwerksbetriebe laut Umfrage innerörtliche Verkehrswege und Landstraßen.  
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