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Saar-Kaufmann wegen Betrug vor Gericht

Saarbrücken/Saarwellingen. Ein 54 Jahre alter Geschäftsmann aus St. Ingbert soll für betrügerische Machenschaften in der Preisklasse von mindestens 20 Millionen Euro verantwortlich sein. Von dieser Schadenssumme gehen Insolvenzverwalter Udo Gröner und die Staatsanwaltschaft Saarbrücken derzeit aus. Der Firmenchef, der an der Spitze einer Gruppe von mindestens sieben Unternehmen mit Adressen in Saarwellingen und Saarbrücken stand, sitzt seit über vier Wochen in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft legt jetzt eine erste Anklage vor. Weitere Ermittlungen, unter anderem wegen Insolvenzverschleppung und millionenschwerem Kreditbetrug, laufen noch. Dies bestätigte Pressesprecher Thomas Reinhardt auf Anfrage.



Mit der ersten Anklage wird dem Unternehmer aus des Büromaschinen-Branche gewerbsmäßiger Betrug zu Lasten einer Koblenzer Leasing-Gesellschaft sowie Urkundenfälschung vorgeworfen. Unter dem Strich geht es hier um einen Schaden von etwa 8,5 Millionen Euro.

Der Firmenchef soll der Leasingfirma etwa vorgetäuscht haben, die Gemeinde Saarwellingen, die zu seinem Kundenkreis gehörte, wolle Computer, Server und Drucker im Wert von etwa 1,5 Millionen Euro leasen. Seine Gesellschaft könne die Geräte liefern. Die Koblenzer Firma war bereit, die Maschinen zu kaufen und dann der Gemeinde zu leasen. Der Unternehmer präsentierte, so die Ermittler, Übergabebestätigungen und Leasingverträge, auf denen die Unterschrift von Bürgermeister Michael Philippi gefälscht war. Zudem sei ein falsches Dienstsiegel benutzt worden. Die Leasingfirma zahlte den Millionen-Kaufpreis für die tatsächlich nie gelieferte Ware. Damit der Schwindel nicht auffliegen sollte, habe der Kaufmann vereinbart, dass die Leasingraten wiederum über seine Firma flossen. Bürgermeister Philippi: „Wir sind aus allen Wolken gefallen, als wir davon erfahren haben. Es war für uns ein Schock.“ Der Gemeinde sei kein finanzieller Schaden entstanden.

Mit einer ähnlichen Masche ging der 54-Jährige wohl in einem anderen Fall vor, ließ die Leasingfirma Großrechner für drei Millionen Euro bezahlen, die für eine Trierer Firma bestimmt gewesen sein sollen. In weiteren Fällen waren unterschiedliche Firmen seiner Gruppe Lieferanten und Leasingnehmer.
Knapp 80 Mitarbeiter hatte der Unternehmer in den Firmen, die Verwalter Gröner alle stilllegen musste, beschäftigt. Die Kassen waren leer. Er hat auch Privatinsolvenz angemeldet.

Nach Informationen unserer Zeitung gehen die Ermittler davon aus, dass ein Teil der erschwindelten Millionenbeträge in die Renovierung von mehr als 50 Immobilien im Saarland, die der Familie des Geschäftsmannes gehören, geflossen sind.
Der inhaftierte 54-jährige Kaufmann aus St. Ingbert hat bislang zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen geschwiegen. Sein Verteidiger Walter Teusch kündigte gestern an, sein Mandant werde in Kürze gegenüber der Staatsanwaltschaft eine Erklärung abgeben.
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