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Saar-Kripo: Jugendliche bei Schlägereien oft betrunken

Jugendliche verüben Straftaten immer öfter unter Alkoholeinfluss. Ein Bericht des Landeskriminalamtes dokumentiert, dass insbesondere bei Schlägereien Alkohol ein „tatgestaltender Faktor“ ist.

Von SZ-Redakteur Michael Jungmann


Saarbrücken. Die Zahl der Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden, die im Saarland auf die schiefe Bahn geraten, bleibt auf konstant hohem Niveau. 7589 Tatverdächtige (davon 2064 Jungtäterinnen) unter 21 Jahren wurden 2008 (2007: 7311) festgestellt.

Im Bericht des Landeskriminalamtes zur Jugendkriminalität an der Saar wird diese Zahl aufgeschlüsselt: 1376 (83 mehr als 2007) strafunmündige Kinder im Alter von acht bis 13 Jahren wurden ermittelt, 3403 (plus 154) Jugendliche (14 bis 17 Jahre) und 2810 (plus 41) Heranwachsende (18 bis 21 Jahre) gingen als mutmaßliche Straftäter in die Statistik ein.

Nach den Erfahrungen der Kriminalisten begeht der überwiegende Teil der jugendlichen Verdächtigen nur einmal eine Straftat.

In dem Kripobericht, heißt es aber weiter: „Zirka fünf Prozent der ermittelten Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden sind dagegen für etwa 30 bis 40 Prozent aller von dieser Altersgruppe begangenen Straftaten verantwortlich.“

Diesen jungen Intensivtätern gilt ein Hauptaugenmerk der Polizei. Landesweit wurden bis Ende 2008 drei Kinder, 21 Jugendliche und drei Heranwachsende in dieser Gruppe von spezialisierten Polizisten betreut.
Die 27 Intensivtäter, darunter ein Mädchen, haben 2007 und 2008 insgesamt 343 Straftaten verübt.

Als so genannte „jugendtypische Delikte“ gelten insbesondere Diebstähle und Rohheitsdelikte (siehe Grafik), dazu zählen Raub und Körperverletzung. In diesem Deliktfeld registrierte die Polizei 2008 einen Anstieg der Tatverdächtigen unter 21 Jahren von 5,1 Prozent (114 Fälle) auf 2344.

Nach Polizeiangaben standen 2008 exakt 494 ermittelte Jungtäter bei der Tat unter Alkoholeinfluss. Insbesondere bei Schlägereien war oft Alkohol im Spiel.

In dem Bericht ist von Alkohol als „tatgestaltender Faktor“ bei Rohheitsdelikten und Straftaten gegen die persönliche Freiheit zu lesen. Im Vergleich zu 2007 wurden hier 77 junge Tatverdächtige mehr ermittelt, die Alkohol konsumiert hatten. Insgesamt waren es 277 Tatverdächtige, von denen 142 (plus 51) in Fälle von gefährlicher Körperverletzung verwickelt waren.

Michael Rupp, Landeschef des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, spricht von einer „Besorgnis erregenden“ Entwicklung. Er fordert eine intensiverer Gewalt- und Suchprävention in Schulen und verstärkte Jugendschutzkontrollen durch Landkreise und Polizei.

In das Programm für „Junge Intensivtäter“ müssten weitaus mehr der auffälligen Jugendlichen aufgenommen werden. Bei Kripo und Justiz sei aber die Personaldecke bekanntlich sehr dünn.




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