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Saar-Kripo eröffent neue „Cybercrime“-Dienststelle

Die neue Dienststelle zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität beim Landespolizeipräsidium in Saarbrücken wird am Mittwoch (11.12.2013) offiziell eröffnet. Die Beamten jagen Verbrecher, die ihr Unwesen im Internet treiben oder ihre Taten online planen. Im Bild: Marc Schmitt, Kriminaloberkommissar und stellvertretender Leiter des Dezernates LPP 222 Cybercrime, an seinem Arbeitsplatz.

Die neue Dienststelle zur Bekämpfung von Cyber-Kriminalität beim Landespolizeipräsidium in Saarbrücken wird am Mittwoch (11.12.2013) offiziell eröffnet. Die Beamten jagen Verbrecher, die ihr Unwesen im Internet treiben oder ihre Taten online planen. Im Bild: Marc Schmitt, Kriminaloberkommissar und stellvertretender Leiter des Dezernates LPP 222 Cybercrime, an seinem Arbeitsplatz.

Die neue „Cybercrime“-Dienststelle der Saar-Kriminalpolizei hat gestern offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Seit Juli arbeiteten die Mitarbeiter des Dezernats 222 des Landespolizeipräsidiums bereits im Probebetrieb. Vier Ermittler und ein neu eingestellter IT-Experte werden fortan Fälle von Internet-Kriminalität aufklären. Anfang des kommenden Jahres soll das Team durch einen weiteren Informatiker verstärkt werden.

 „Die Zahl der Cyber-Delikte ist enorm angestiegen in den vergangenen Jahren“, erklärt Innenministerin Monika Bachmann (CDU). So stieg die Zahl der Fälle im Saarland 2012 im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent. Dabei handelt es sich vor allem um Betrugsdelikte. Rund 62 Prozent der 3141 Fälle konnten aufgeklärt werden.
„Die traditionellen kriminalistischen Methoden sind hier nur begrenzt anwendbar“, sagt Bachmann. Dementsprechend begrüßt sie auch die Ankündigung der großen Koalition, die Vorratsdatenspeicherung wieder einzuführen. Sie sei notwendig und wichtig für die Ermittlungen.

Die Cyber-Kriminalität ist laut Landespolizeipräsident Norbert Rupp ein „prosperierender Wachstumsmarkt“. Dabei bestehe die Herausforderung vor allem in den sehr kurzen Innovationszyklen: Die Täter entwickeln stets neue Methoden, um ans Ziel zu gelangen. „Seit einigen Jahren gibt es bundesweit Bestrebungen, solche Dienststellen aufzubauen“, sagt Otmar Mohr, Leiter der Abteilung Deliktsübergreifende Kriminalitätsbekämpfung, wo das Dezernat 222 angesiedelt ist. Das Saarland ist nun eines der letzten Länder, die ein solches Kompetenzzentrum einrichten. „Die großen Bundesländer, die mehr Geld und Personal zur Verfügung haben, waren Vorreiter“, sagt Mohr. Bislang seien die „Cybercrime“-Fälle im Saarland im „Ein-Mann-Betrieb“ im Bereich Wirtschaftskriminalität bearbeitet worden.

Mohr betont, dass sich die Dienststelle nicht aller Internet-Delikte annehmen werde: „Das ist einfach nicht zu schaffen.“ Nur „herausragende“ Fälle landen im Dezernat 222 auf dem Tisch: wenn der öffentliche Bereich betroffen ist, wenn ein sehr hoher Schaden entstanden ist oder wenn ein Fall besondere technische Anforderungen mit sich bringt.
Zwei Teams mit jeweils einem Informatiker und zwei Ermittlern befassen sich dann mit den Fällen – ausgestattet mit modernster Technik, im Wert von „8000 bis 10.000 Euro pro Nase“, sagt Mohr. Dabei müsse jeder noch dazulernen – die IT-Experten in puncto Ermittlungen und die Ermittler hinsichtlich ihrer technischen Kompetenzen.

Neben der Arbeit an konkreten Fällen werden die sechs Mitarbeiter auch Prävention betreiben und ihre Kollegen in den Dienststellen vor Ort schulen. Gemeinsam mit der Fachhochschule für Verwaltung sollen Fortbildungskurse ins Leben gerufen werden. Denn bisher, erklärt Mohr, gingen bei vielen Beamten noch „die Rollläden runter“, sobald es um Cyber-Kriminalität geht – „einfach, weil die nötigen Kenntnisse fehlen“. Ein weiterer Bestandteil des Dezernats wird die Zentrale Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) sein. Hier sollen vor allem Unternehmen für das Thema sensibilisiert werden. „Man schätzt, dass nur 13 Prozent der Cybercrime-Delikte an Unternehmen zur Anzeige gebracht werden“, sagt Mohr. Zu groß sei die Angst vor einem Image-Verlust.
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