A1 Trier Richtung Saarbrücken AS Holz Einfahrt gesperrt, Fahrbahnerneuerung am Tage, Dauer: 16.10.2017 07:36 Uhr bis 19.11.2017 07:36 Uhr, eine Umleitung ist eingerichtet (16.10.2017, 07:39)

A1

Priorität: Dringend

13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
13°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saar-Kultusministerium will modernere Sexualerziehung an Schulen

Ab dem kommenden Schuljahr gelten für alle saarländischen Schulen neue Richtlinien zur Sexualerziehung. Wie das saarländische  auf  Anfrage mitteilte, stimmte am Dienstag der Ministerrat den Richtlinien zu. Zuvor hatte ein runder Tisch mit Vertretern verschiedener Ministerien und Verbände den Entwurf erarbeitet. Nach dem Bruch der Jamaika-Koalition griff Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) das Vorhaben seines Vorgängers Klaus Kessler (Grüne) auf. „Mit den neuen Richtlinien zum Sexualkundeunterricht können wir nach über zwanzig Jahren die Sexualerziehung an den Schulen den gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen“, erklärte Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD). Zuletzt sind die saarländischen Sexualerziehungs-Richtlinien im Juli 1990 geändert worden.

Zu den gesellschaftlichen Veränderungen gehöre ein gewandeltes Rollenverständnis von Frauen und Männern, ein zeitgemäßes Verständnis von Partnerschaft und Familie, aber auch die (All-) Gegenwart von Themen zur Sexualität in den Medien. Ein wichtiges Ziel sei, die Sexualität von behinderten Menschen aus der Tabu-Zone zu holen. Ebenso wichtig sei es Hetero-, Bi-, Homo-, Trans- und Intersexualität „als gleichwertige Ausdrucksformen des menschlichen Empfindens und der sexuellen Identität“ darzustellen. Auf diese Weise könne die Sexualerziehung an Schulen die Identitätssuche junger Menschen und den Abbau von Diskriminierungen homo-, bi- und transsexueller Menschen fördern. Auf das Thema „Missbrauch und sexuelle Gewalt“ werde man künftig verstärkt präventiv eingehen. In den Schulen wollen man darüber hinaus entsprechende Ansprechpartner aus der Lehrerschaft verpflichten. Bewusst habe man auf weiterführende Regelungen zur Missbrauchsproblematik verzichtet.

Ministeriumssprecher Jürgen Renner betonte, die Richtlinien gäben den Rahmen für die künftige Sexualerziehung an den Schulen vor. Zudem unterbreite der Erlass Vorschläge, wie der Unterricht in den jeweiligen Fächern gestaltet werden kann. „In alters- und entwicklungsangemessener Behandlung“ sollen die Richtlinien bereits in der Grundschule umgesetzt werden. Bis zur Klasse 12 beziehungsweise 13 an Gemeinschaftsschulen zieht sich die Sexualerziehung an allen Schulformen durch.

Neu ist, dass bereits an den Grundschulen die Themen „Sex in den Medien“ und „Vielfalt sexueller Orientierungen“ im Unterricht behandelt werden können. Einen neuen Unterrichtsinhalt stellen auch „die Körper- und Rollenbilder in den Medien“ dar. An den weiterführenden Schulen, von Klasse 5 bis 7, könne man auch im Unterricht die „lustvolle Entdeckung des eigenen Körpers und der eigenen Genitalien“ je nach Entwicklung behandeln, heißt es in den Richtlinien, die der Saarbrücker Zeitung vorliegen. Zudem können Lehrer in der Sekundarstufe I das Thema „Vielfalt sexueller Identitäten und Orientierungen und deren Anerkennung“ in den Unterricht einbinden.

Darüber hinaus sehen die Richtlinien für die Klassen 8 bis 10 das Thema „Rollenerwartungen und Rollenverhalten hinsichtlich sexueller Erregung und geschlechtsspezifische Unterschiede“ vor. In den Klassen 10 bis 13 kann auch der „positive Einfluss von Sexualität auf Gesundheit und Wohlbefinden“ behandelt werden.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein