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Saar-Landwirte: 50 Prozent Ernte-Einbußen

Bischmisheim/Bliesransbach. Die Ernte in der Region ist so gut wie beendet. Nur der Mais steht noch auf den Feldern und wird ab dem kommenden Wochenende geerntet. Die Bilanz der Landwirte fällt ernüchternd aus. „Im Schnitt haben wir eine um 20 Prozent schlechtere Ernte als im Vorjahr. Beim Sommergetreide haben wir sogar 50 Prozent Einbußen“, sagt Karsten Schmeer, der Vorsitzende des Kreisverbandes Saarbrücken im Bauernverband Saar.

Schmeer betreibt in Bischmisheim den Hof in den Birken. „Ende Februar war es viel zu feucht. Dann folgte ein viel zu heißer April. Der Juli hatte so viel Regen wie schon lange nicht mehr. Das war auch sehr schlecht“, erklärt Schmeer. Wenigstens die magere Heuernte konnte in den vergangenen Wochen ausgeglichen werden: „Die Futtersituation für das Vieh hat sich ein wenig entspannt. Durch die gute Witterung konnte das Gras drei Mal geschnitten werden. Wenn das Wetter gut beleibt, könnte uns auch noch ein vierter Schnitt gelingen“, sagt der Kreisvorsitzende.

Auch Wolfgang Kessler, Besitzer des Gutes Hartungshof in Bliesransbach, klagt: „Im Prinzip war das Erntejahr für alle Getreidesorten eine Katastrophe. An den Südhängen hatten wir Totalausfälle“, sagt Kessler, der jedoch auf die die bevorstehende Maisernte setzt. „So wie es aussieht, wird die Maisernte gut. Das ist aber nur ein kleiner Trost. Es bleibt nur die Hoffnung auf besseres Wetter im kommenden Jahr“, so Kessler.

Während bereits die Bodenbearbeitung für die nächste Saat anläuft, hat Kessler noch eine ganz besondere Pflanze geerntet: Cannabis. Auf acht Hektar hat der Landwirt aus der Gemeinde Kleinblittersdorf die männliche Cannabispflanze angebaut. Allerdings enthält die männliche Form nicht das berauschende Tetra- Hydro-Cannabiol, welches in der weiblichen Pflanze enthalten ist. Deren Anbau ist in Deutschland verboten. „Der Anbau war mehr ein Versuch. Aus den Körnern wird Öl gepresst und aus der Faserpflanze werden Türverkleidungen in der Automobilindustrie hergestellt“, erklärt Kessler.

„Der Anbau wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ständig überwacht, es werden immer wieder Proben genommen“, sagt Kessler, der gemeinsam mit den Kontrolleuren durchaus interessante Zahlen nannte: „Würde man auf einer Fläche von acht Hektar die weiblich Pflanze anbauen, könnte man auf dem Schwarzmarkt einen Ertrag von 20 Millionen Euro erzielen. Bei der männlichen Pflanze bleiben vielleicht 2000 Euro hängen“, so der Landwirt aus Bliesransbach.

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