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Saar-Landwirte leiden: 15 Prozent Ernte-Einbuße

Saarpfalz-Kreis. Der Sommer war, zumindest im ganzen Juli und auch in Teilen des Augusts, sehr verregnet: Alle reden vom Wetter, natürlich auch die Landwirte. Und zwar in besonderem Maße, wie der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Richard Schreiner, im Gespräch mit der SZ erläuterte. Die Erntezeit ist so gut wie durch, fünf Prozent Getreide stehen ungefähr noch, Hafer, Sommerweizen und Sommergerste. „Die noch stehende Frucht sollte jetzt auch eingefahren werden“ sagte Schreiner.

Ein Jahr mit dem Wetter wie 2011, also große Trockenheit im Frühjahr und ein völlig verregneter Sommer, ist alles andere, als gut für die Bauern: „Wir haben allergrößte Probleme mit dem Wetter gehabt, es gab einfach zu wenig trockene Tage“, sagte Schreiner, der seinen Hof in Blieskastel-Breitfurt hat und auch Vorsitzender der Landwirtschaftskammer des Saarlandes ist.

Beim Winterraps mussten bereits Trocknungskosten in Kauf genommen werden. „Außerdem gab’s große Schwankungen beim Ertrag, der pro Hektar zwischen 1,5 und 3,5 Tonnen lag.“ Als nächstes wurde Winterroggen geerntet. Auch da gab es feuchte Ware, die getrocknet werden musste. „Sie war häufig von geringer Qualität, taugte oft nur noch als Futtergetreide. Das Getreide fehlt dann den Mühlen und dadurch natürlich auch den Bäckereien“, so Schreiner.

„Beim Winterweizen kamen uns die Mühlen entgegen, haben auch feuchtere Ware gemahlen. Hier waren die Erträge wenigstens noch zufrieden stellend. Generell gilt in diesem Jahr, dass Getreide auf schweren Böden etwas besser weggekommen ist, als auf Sandböden.“ Die Erträge bei Sommergerste und Hafer bezeichnete der Kreisbauern-Chef als „äußerst bescheiden“. Hinzu komme, dass die Sommergerste in diesem Jahr viel Eiweiß enthalte, „was wir gar nicht wollen“. Oft ist die Qualität für die Mälzereien nicht gut. Außerdem fehlt den Landwirten Stroh. „Durch die Trockenheit im Frühjahr, die der Regen dann natürlich auch nicht mehr ausgleichen konnte, fehlt es bei uns einfach an der nötigen Strohmenge.“

„Vergleicht man die Ernte mit normalen Jahren, weist der Gesamtertrag in diesem Jahr ein Minus von rund 15 Prozent aus. Hinter uns Landwirten liegt ein sehr schwieriges Jahr, das von eigentlich guten Startbedingungen bis hin zur äußerst schwierigen Ernte reichte. Das Getreide hatte einfach keine Zeit, die nötige Reife zu erreichen“, so der Kreisbauern- Chef. Mit der Antwort auf die Frage, was er sich denn in diesem Jahr noch vom Wetter wünsche, zögert Richard Schreiner nicht: „Zehn Tage trockenes Wetter, und dabei darf es nicht zu heiß sein. Schließlich müssen wir schon die neue Aussaat vorbereiten.“

Bleibt jetzt nur noch zu hoffen, dass der Wunsch nach konstanterem Wetter schnell in Erfüllung geht. Schließlich hoffen die Landwirte möglichst bald auf eine bessere Ernte in Ertrag und Qualität.

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