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Saar-Landwirte machen gegen fiesen Käfer mobil

Saarbrücken. Diese „Sexfalle“ ist mit Bedacht aufgehängt worden: An einem Zwetschenbaum, ganz nah an der Landebahn des Flughafens Ensheim und in der Nähe eines Maisfeldes, erwartet die saarländische Landwirtschaft mit Unbehagen einen ungebetenen Gast, der eigentlich schon da sein sollte. Denn früher oder später taucht er überall in der westlichen Welt auf, wo großflächig Mais angebaut wird. Seit Mais nicht nur als Futter-, sondern auch als Energiepflanze an Bedeutung gewinnt, beschleunigt sich das Vordringen. Die Rede ist vom Westlichen Maiswurzelbohrer, lateinisch: Diabrotica virgifera virgifera, einem großen Schädling für Maispflanzen. So wie man in Amerika solche Medikamente als „Blockbuster“ bezeichnet, die jährlich für eine Milliarde Dollar Umsatz gut sind, so gilt der Westliche Maiswurzelbohrer als „Blockbuster“ unter den Schädlingen, weil er Jahr für Jahr allein in den USA Schäden und Aufwendungen für Pflanzenschutz in Milliardenhöhe verursacht.

Per Flugzeug nach Europa

Der Ursprung des unscheinbaren, etwa fünf Millimeter großen Käfers, der mit dem Kartoffelkäfer verwandt ist, liegt in Nordamerika. 1992 wurde er erstmals in Europa festgestellt, und zwar auf dem Balkan. Es wird angenommen, dass er mit amerikanischen Flugzeugen, die Hilfspakete für den Balkankrieg transportierten, eingeschleppt wurde. 2003 kam es zu einer Verschleppung des Käfers nach Frankreich, in die Schweiz und nach Frankreich. 2004 wurde Deutschland erstmals heimgesucht. Das Saarland ist eine der letzten Regionen, in der er noch nicht angetroffen wurde.

„Der Bursche reist mit Vorliebe per Flugzeug an“, berichtet Klaus Peter Brück von der Landwirtschaftskammer für das Saarland, was die Anbringung der Falle mit Sexuallockstoff am Flughafen erklärt. Weitere solcher Fallen wurden in Nennig, Uchtelfangen und Mimbach aufgestellt. Sie werden häufig kontrolliert („Monitoring“), damit die Ankunft des Schädlings nur ja nicht unentdeckt bleibt. Im Falle des Falles ist, per EU-Richtlinien geregelt, eine Fülle von Maßnahmen zu ergreifen. So ähnlich wie bei ansteckenden Krankheiten besteht für den Entdecker und/oder Geschädigten Meldepflicht an die Behörden. Es muss sofort ein Pflanzenschutzdienst anrücken, Insektizide sind einzusetzen, Ernten sind möglicherweise zu beschränken. Beim Abmähen befallener Felder ist darauf zu achten, dass der Käfer nicht aufgeschreckt wird und sich unkontrolliert verbreitet.

Hinter all dem steht die Hoffnung, dass der Westliche Maiswurzelbohrer ausrottbar ist, so lange er nur punktuell Felder befällt. Aber noch ist er ja hier nicht gelandet . . .
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