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Saar-Lehrer und Schüler dürfen nicht via Facebook kommunizieren

Der Lehrer als bester Facebook-Freund? In Rheinland-Pfalz wird es das künftig nicht mehr geben. Aus Datenschutzgründen hat das dortige Bildungsministerium die „dringende Empfehlung“ gegeben: kein Kontakt zwischen Lehrern und Schülern via Facebook (die SZ berichtete).

Auch im Saarland gibt es ein Kommunikationsverbot. Das bezieht sich nach Auskunft des hiesigen Bildungsministeriums aber nur auf „schulinterne und unterrichtserforderliche“ Dinge wie Hausaufgaben, Noten und sämtliche personenbezogene Daten. Das Ministerium empfiehlt, stattdessen spezielle Lernplattformen wie Moodle oder Lernwelt Saar zu nutzen. Den Kontakt als Privatperson oder bei „eiligen Organisationsfragen“ will das Ministerium hingegen nicht untersagen. Allerdings müssten sich Lehrer dabei mit Blick auf das Obhutsverhältnis zu Schülern „angepasst und verantwortungsvoll“ verhalten. Außerdem dürfe Schülern, Lehrern oder Eltern, die nicht in Netzwerken aktiv sind, daraus kein Nachteil entstehen.

Jörg Zarth vom Unabhängigen Datenschutzzentrum Saarland unterstützt diese Haltung: „Nach aktueller Rechtslage ist es nicht zulässig, dass Schüler und Lehrer via Facebook dienstlich miteinander kommunizieren.“ Laut saarländischem Schulordnungsgesetz sei eine Datenübermittlung verboten, wenn sie zum Zweck der Werbung erfolge. „Im Saarland haben wir den Sonderfall, dass das selbst dann gilt, wenn der Betroffene eingewilligt hat“, erläutert Zarth. Das Geschäftsmodell von Facebook basiere aber nunmal auf Werbung, erklärt Zarth und nennt ein Beispiel: „Wenn ein Lehrer auf Facebook die Schüler daran erinnert, ihre Badehose mitzubringen, weil Schwimmunterricht ist, kriegen sie unter Umständen am nächsten Tag alle Werbung für Badehosen eingeblendet.“ Mit der Vorbildfunktion der Schule seien solche Datenschutzverstöße nicht vereinbar.

Bei Lehrern und Schülern stoßen die Vorgaben von Landesseite auf Kritik. „Wir lehnen ein Verbot strikt ab“, sagt Florian Weimann, Vorsitzender der Gesamtlandesschülervertretung (GLSV). Die GLSV sehe in einem Kontakt zwischen Lehrern und Schülern keine Gefahr, denn: „Wir setzen voraus, dass Lehrer wissen, wie sie sich in sozialen Netzwerken verantwortungsvoll verhalten.“ Das bedeute auch, dass sensible Daten wie Noten oder Unterrichtsmaterial dort nicht eingestellt würden. „Aber was ist dagegen einzuwenden, wenn der Lehrer postet, was als Hausaufgabe erledigt werden muss?“, meint Weimann und ergänzt: „Wo kämen wir hin, wenn der Staat alles verbieten würde, was eine potenzielle Gefahr darstellt?“ Dann müsse er auch E-Mails zwischen Lehrern und Schülern verbieten. Denn die seien auch nicht hundertprozentig sicher.

Während die Fürsprecher eines Verbots vorrangig an die Schüler denken, hat Lisa Brausch, Vorsitzende des Saarländischen Lehrerinnen- und Lehrerverbandes (SLLV), auch die Lehrer im Blick. Der SLLV hat in der Sache noch keinen offiziellen Beschluss gefasst. Verbandschefin Brausch warnt jedoch davor, den Schülern via Facebook Einblicke in das Privatleben zu gewähren: „Da muss man sich als Lehrer schützen.“ Sie spricht sich aber gegen ein generelles Verbot aus: „Man muss sich mit den neuen Medien auseinandersetzen.“ Allerdings müssten Lehrer dabei strikt zwischen Privatem und Schulischem trennen. Auch sie verwies auf andere Möglichkeiten des Austauschs, zum Beispiel über eine der Lernplattformen.

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