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Saar-Linke sucht Ursachen für Wahlchaos

Einen Tag nach Bekanntwerden des Wahl-Fiaskos bei der Saar-Linken (die SZ berichtete) hat gestern der Leiter der Zählkommission, Sigurd Gilcher, Fehler eingeräumt. Demnach ist es schon bei der Wahl im Rahmen der Mitgliederversammlung am 5. Mai zu Unstimmigkeiten gekommen.

Bei der Wahl um Platz 1 der Landesliste für die Bundestagswahl hatte sich die 28-jährige Yvonne Ploetz in einer Stichwahl mit nur 13 Stimmen Vorsprung gegen ihren Bundestagskollegen Thomas Lutze (43) durchgesetzt. Lutze hatte die knappe Entscheidung vor der Landesschiedskommission angefochten. Bei der Neuauszählung am Mittwoch bescheinigte ein Notar, dass Lutze die Wahl mit sieben Stimmen Vorsprung gewonnen hat.

Zu exakt diesem Ergebnis sei die 18-köpfige Zählkommission nach der ersten Zählung am Wahlabend auch gekommen, sagt Sigurd Gilcher nun. An zwei Tischen hatten die Auszähler die rund 500 Stimmzettel in Zehnerbündel sortiert. Nachdem Lutzes Sieg verkündet worden sei, habe „jemand aus der Zählkommission“ darauf hingewiesen, dass ein Bündel mit Stimmen für Yvonne Ploetz fälschlicherweise Lutze zugeordnet worden sei. Wer darauf hingewiesen hat, wollte Gilcher gestern nicht sagen. Daraufhin habe man anhand des obersten Stimmzettels die Zehnerpakete neu ausgezählt, nicht jedoch den kompletten Stapel erneut durchgesehen. Dabei könne ein Ploetz-Zettel auf einen „Lutze- Stapel“ gerutscht und so falsch zugeordnet worden sein. „Wie der Zettel dahin gekommen ist, ist Spekulation“, sagte Gilcher. Er selbst gehe von einem Versehen aus und möchte niemandem eine Manipulation unterstellen. Diese sei jedoch theoretisch denkbar. „Ich habe mir schon selbst den Vorwurf gemacht, dass ich nicht um eine Sitzungsunterbrechung gebeten und in Ruhe nachgezählt habe.“

Gestern Abend wollte das Landesschiedsgericht über die Neuwahlen entscheiden (Ergebnis lag bei Redaktionsschluss nicht vor). Dabei sollte geklärt werden, ob alle Listenplätze neu bestimmt werden müssen. Möglich sei auch eine Wahl ab Platz zwei, hieß es.

Parteikreise halten es für denkbar, dass Lutze eine Neuwahl von Platz 1 ablehnt und sich als notariell beglaubigten Spitzenkandidaten sieht. Lutze selbst wollte sich dazu nicht äußern. Ploetz sprach sich für eine komplette Neuwahl aus. Dabei sollten – anders als am 5. Mai – Mitarbeiter der Kandidaten nicht bei der Auszählung aktiv werden. ukl

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