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Saar-Narren jubeln: Heut' ist die karnevalsfreie Zeit vorbei!

Saarbrücken. Heute, Punkt 11.11 Uhr, geht sie also los, die närrische Jahreszeit, in der bis Aschermittwoch nicht mehr alles so ganz ernst genommen werden soll (Fotoshow: Umzug St. Ingbert im Februisr 2010). Die Politik und ein gewisser Militarismus – aus zugegeben längst vergangener Zeit – sollen auch in dieser Session wieder ordentlich auf die Schippe genommen werden. Schließlich sind ja viele Bräuche im saarländischen – wie im rheinländischen – Karneval eine Persiflage auf den bierernsten Umgang mit Uniformen und Orden im richtigen Leben (das sind die Zeiten und Sphären ohne Fastnacht). Dennoch wäre es grundfalsch zu glauben, dass an Fastnacht alles nur wild durcheinander geht und jeder einfach machen kann, was und wie er will. Nein, ganz gewiss nicht! Auch – und ganz besonders – beim Karnaval gibt es viele Dinge, die genau beachtet werden müssen. Ein Karnevalsorden darf zum Beispiel nie zwischen Tür und Angel vergeben werden. Denn zur Ordenszeremonie gehört ein würdiger Rahmen. Meist legen hübsche Gardemädchen dem zu Ehrenden seinen Orden auf einer Bühne um den Nacken. Dass die Mädchen diese Aufgabe übernehmen, ist wichtig für das zweite Muss bei der Ordensvergabe: Wangenküsschen – im Rheinland nennt man sie viel schöner, nämlich „Bützjer“ – gehören unbedingt zur Zeremonie. Steht die Auszeichnung einer Dame an, muss – besser gesagt: darf – selbstverständlich ein Herr aus dem Vorstand oder dem Elferrat diese Aufgabe übernehmen. Die meisten Vereine halten es übrigens so, dass zunächst der Präsident, dann der Elferratspräsident und dann nacheinander die Mitglieder mit dem Sessionsorden ausgestattet werden.

Denn auch hier gilt es, die Hierarchie zu beachten, die ja persifliert werden soll. Während jeder, der sich in irgendeiner Form um die Fastnacht verdient gemacht hat, mit einem Sessionsorden bedacht werden kann, sind andere Orden nur bestimmten Personengruppen vorbehalten. Zum Beispiel der Hausorden. Er wird nur an Mitglieder ausgegeben, oft unter der Bedingung, dass sie bereits eine bestimmte Zeit im Verein sind. Oder der Präsidentenorden, den selbstverständlich nur der gewählte Würdenträger tragen darf. Senatorenorden für Vereinsförderer gibt es auch. Der Sessionsorden ist ab der Verleihung bis zum folgenden Aschermittwoch bei jeder Veranstaltung der jeweiligen Gesellschaft zu tragen. Haus-, Präsidenten- und Senatorenorden muss man dagegen jedes Jahr wieder zwischen dem 11. November und Aschermittwoch anlegen. Ebenso die Senatorenkappen. Für den Personenkreis, der die jeweilige Gesellschaft während einer eigenen Veranstaltung oder beim offiziellen Besuch bei einer befreundeten Gesellschaft vertritt, gibt es Vereinskappen in verschiedenen Größen. Die Größe spiegelt zum einen die Vereinshierarchie wieder, zum anderen gibt es in manchen Gesellschaften eine große und eine kleine Kappe, die je nach Anlass zu tragen ist. Dass Frauen meist kleinere Kappen als Männer tragen hat rein modische Gründe. Die Karnevalistenverbände VSK und BDK achten darauf, dass die närrische Zeit entsprechend dem Brauchtum Fastnacht streng eingehalten wird. Der erste Schlachtruf, der erste Narrhallamarsch dürfen laut den Satzungen zwar schon „einige Tage vor dem 11. November“ erklingen. Gegen eine „Sommerfastnacht“ und vor allem eine Vermischung mit Halloween wehren sich die Verbände aber vehement. Die Einzigen, die zwischen Aschermittwoch und dem 11.11. in Karnevalsuniform auftreten dürfen, sind die Tanzgarden und Mariechen. Denn sie stellen sich außerhalb der Session dem sportlichen Wettkampf bei Gardemeisterschaften – und dabei müssen sie so auf der Bühne erscheinen, wie während der Session. 
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