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Saar-Polizei funkt jetzt abhörsicher

Polizeihauptkommissar Frank Sorg zeigt ein altes Funkgerät (links)
ein neues Digitalfunkgerät (rechts).

Polizeihauptkommissar Frank Sorg zeigt ein altes Funkgerät (links) ein neues Digitalfunkgerät (rechts).

Saarbrücken. Es waren zwei kurze Funksprüche von „Elias 100“ mit „Saarfürst“ sowie der Besatzung von Rettungshubschrauber „Christoph 16“, die Innenministerin Monika Bachmann (CDU) gestern Nachmittag mit einem lauten „Ja“ und geballter Faust jubeln ließen. Bachmann hatte von der Aula des Landespolizeipräsidiums aus als „Elias 100“ über das neue Digitalfunknetz der Sicherheitsorganisationen Kontakt mit dem Führungs- und Lagezentrum der Polizei („Saarfürst“) und „Christoph 16“. Gemeinsam mit Bundesinnenstaatssekretär Klaus-Dieter Fritsche, der mit der Berliner Zentrale sprach, startete sie den sechsmonatigen Probelauf des Digitalfunks im Saarland. Saar-Innenstaatssekretär Georg Jungmann machte den Funktest der Politprominenz perfekt, plauderte mit der Berufsfeuerwehr und der Polizei in Saarlouis. Für Bachmann war dieser digitaler Funksspruch „ein historscher Moment für die Sicherheitsorganisationen im Saarland“.

Ihr Berliner Gast Fritsche sprach von einem „herausragenden Tag für die Sicherheit im Saarland und in ganz Deutschland“. Bis voraussichtlich Februar 2013 läuft jetzt der Probebetrieb in Sachen Digitalfunk im Saarland, das nach Mecklenburg- Vorpommern als zweites Bundesland landesweit am Netz ist. Polizei, Feuerwehren, Rettungsdienste sowie weitere Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) sind mit der neuen, abhörsicheren Technik ausgestattet. Jetzt sollen die technische Stabilität und die Funktionsfähigkeit des Netzes überprüft werden. Über das bundesweit einheitliche Digitalfunknetz wird seit 1996 diskutiert. Immer wieder gab es Verzögerungen, ursprünglich sollte der Dienst bereits 2006 zur Fußballweltmeisterschaft aufgenommen werden.

Ein Ziel, die direkte grenzüberschreitende Kommunikation mit französischen Sicherheitskräften, wie es im Schengener Abkommen vereinbart war, ist nicht erreicht. Die Franzosen nutzen ein System, das keine Schnittstelle zum deutschen Netz hat. Der bisherige Analogfunk der Sicherheitskräfte an der Saar soll, so Bachmann, voraussichtlich 2013 weitgehend abgeschaltet werden. Dann haben Unbefugte auch keine Chance mehr, den Polizeifunk abzuhören. Im Digitalfunk werden Sprache und Daten verschlüsselt. Weitere Vorteile: Künftig hören alle Mitglieder einer Gruppe, Dienststelle oder Einheit, wenn einer aus ihren Reihen spricht.

Die Sprachqualität ist im Vergleich zum bisherigen Analogfunk deutlich verbessert, Umweltgeräusche werden unterdrückt. Und: Eine eigene Nottaste löst über GPS die Ortung des Gerätes aus. In den Aufbau der 54 Antennenstandorte im Saarland und einer Vermittlungsstelle an einem geheimen Standort sowie die Anschaffung von 4000 Funkgeräten wurden bisher rund 13 Millionen Euro investiert. Die Kommunen zahlen zwei Millionen Euro. An den Kosten der Basis- und Netzstationen beteiligt sich der Bund mit 30 Prozent. Bundesweit soll das Milliarden- Projekt, ein gemeinsames abhörsicheres Funknetz für alle Sicherheitsorganisationen, bis Ende 2014 abgeschlossen sein. Im benachbarten Rheinland- Pfalz sind bereits einzelne Regionen am Netz.
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