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Saar-Polizei sucht Identität von insgesamt 18 unbekannten Toten



Saarbrücken. Im Saarland beschäftigen immer noch 18 nicht identifizierte Tote die Polizei. Die Leichenfunde stammen nach Polizeiangaben aus den Jahren 1968 bis 2003. So seien beispielsweise 1968 drei Männerleichen in Saarbrücken aufgefunden worden, möglicherweise handele es sich um Kriegsopfer. Insgesamt sei die Identität von 16 Männern und zwei Frauen ungeklärt. Die Polizei überprüfe zwar regelmäßig ihre Akten, habe die Fälle bisher aber nicht eindeutig klären können, erklärte Georg Himbert, Sprecher des Polizeipräsidiums Saarbrücken, auf SZ-Anfrage.

„In einigen Fällen glaubt die Polizei zwar zu wissen, wer der oder die Tote ist, doch kann sie es leider nicht zweifelsfrei beweisen“, so Himbert. Moderne Technik habe allerdings dazu beigetragen, dass seit 2003 keine tote Person mehr unbekannt geblieben ist. Die heute verwendete DNA-Analyse biete zwar außergewöhnliche Möglichkeiten, mithilfe eines genetischen Fingerabdrucks eine Person zu identifizieren. Bei jenen Fällen, die jahrzehntelang zurückliegen, fehle aber das zum Abgleich notwendige genetische Material. Sind beispielsweise im Laufe der Jahre alle persönlichen Gegenstände eines Vermissten verschwunden, so könne auch kein Material für einen DNA-Vergleich gewonnen werden.

Dann sei zwar die DNA der Leiche vorhanden, doch ohne das Vergleichsmaterial eines Vermissten könne kein Abgleich der beiden DNA-Muster und damit keine Identifizierung erfolgen. In manchen Fällen sei auch ein Zahnschema in Fachzeitschriften veröffentlicht worden – erfolglos. Viele Fälle bleiben ungeklärt, auch wenn die Polizei sie im Jahresrhythmus überprüft. Dabei wird laut Himbert jeweils ermittelt, ob eine neue DNA-Quelle zur Verfügung steht, etwa wenn weitere Leichenteile gefunden werden oder wenn persönliche Gegenstände eines Vermissten auftauchen.

Auch werde geprüft, ob es inzwischen neue Untersuchungsmethoden gibt oder sich andere Anhaltspunkte ergeben haben. Was mit gefundenen Leichen oder Leichenteilen geschieht, hänge vom Einzelfall ab. Sie würden zunächst zur Beweissicherung verwahrt, teilt Himbert mit. Von entscheidender Bedeutung sei dabei, ob die polizei ein Verbrechen vermutet. Denn erst nach einer offiziellen Leichenfreigabe kann anonym beerdigt werden. Im benachbarten Rheinland-Pfalz gibt es nach Auskunft des dortigen Landeskriminalamtes aktuell noch 56 unidentifizierte Tote.




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