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Saar-Regierung wirft Whitesell verantwortungsloses Handeln vor

Erst am Mittwoch (11.06.2014) hatten die Beschäftigten der Firma Whitesell Beckingen  vor dem Landtag des Saarlandes in Saarbrücken für den Erhalt  ihrer Arbeitsplätze demonstriert.

Erst am Mittwoch (11.06.2014) hatten die Beschäftigten der Firma Whitesell Beckingen vor dem Landtag des Saarlandes in Saarbrücken für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert.

Jetzt hat auch die Landesregierung offen ihren Ärger über das Geschäftsgebaren des US-Eigners der Beckinger Schraubenfabrik geäußert und sich damit auf die Seite der Arbeitnehmervertreter gestellt. „Wir sind nicht mit dem Vorgehen von Whitesell einverstanden“, sagte gestern ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums. Er warf dem Unternehmen „verantwortungsloses Verhalten gegenüber den Arbeitnehmern“ vor. Bisher hatte sich die Landesregierung mit klaren Stellungnahmen zu Whitesell zurückgehalten – wohl, um die Erfolgsaussichten bei geplanten Gesprächen mit der Geschäftsführung nicht zu gefährden.

Ein Treffen kam bislang aber nicht zustande. Seit Ende Mai hatte sich Wirtschaftsstaatsekretär Jürgen Barke (SPD) um ein Treffen mit Whitesell-Deutschland- Chef Bob Wiese bemüht – und wurde vergangene Woche brüsk abserviert. Die Landesregierung empfinde es als „stillos“, dass ein für Freitag geplantes Gespräch erst einen Tag zuvor abgesagt wurde, sagte der Sprecher. Wiese kam an dem Tag sogar ins Land, um der Beckinger Belegschaft die Sanierungspläne vorzustellen. Morgen soll das Treffen mit dem Staatssekretär nun aber wirklich stattfinden. Dafür will Wiese nach Saarbrücken kommen. Barkes Ziel sei, möglichst viel für den Standort Beckingen herauszuholen. Nicht auszuschließen sei, dass man auch über eine veränderte Eigentümerstruktur , also einen Ausstieg von Whitesell rede.

Whitesell hatte vergangene Woche einen radikalen Stellenabbau angekündigt. Das Unternehmen sprach davon, mehr als die Hälfte der rund 1300 Jobs der Schraubengruppe mit ihren vier Werken zu streichen. Der Betriebsrat befürchtet, dass bis zu 900 Arbeitsplätze wegfallen. In Beckingen blieben von 340 Jobs womöglich nur 60 übrig. Die Gewerkschaft IG Metall gibt dem Management die Schuld, dass Aufträge wegbrechen und damit Arbeit fehlt. Whitesell habe mit überzogenen Preiserhöhungen die Kunden vergrault.

Heinz Bierbaum von der Linksfraktion im Landtag geht davon aus, dass Whitesell das Unternehmen gezielt und systematisch ausblutet. Seiner Ansicht nach hat die IG Metall zu lange gezögert, mit radikalen Aktionen Druck aufzubauen. Jetzt sei die Gefahr groß, dass das Unternehmen nicht mehr zu retten ist. Als einzige Lösung sieht Bierbaum einen sehr baldigen Besitzerwechsel. Der wäre aber höchstens durch massive Aktionen aus den Reihen der Mitarbeiter, also eine langfristige Streikaktion in allen Werken, möglich.

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