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Saar-SPD: Heiko Maas wird Ministerpräsident.

Die Saar-SPD hegt keine Zweifel: Heiko Maas wird Ministerpräsident. Davon ist auch Umweltminister Gabriel überzeugt, der gestern in Neunkirchen war, um die Genossen für den Bundestagswahlkampf zu mobilisieren.

Von SZ-Redakteurin  Iris Neu


Neunkirchen. Die Band Blue Alert spielt Tina Turners Erfolgstitel "I Can't Stand the Rain" und animiert die politisch Unverzagten, die sich an diesem Abend in der Neunkircher Gebläsehalle unter stählernen Streben auf eine weitere Wahlkampfrunde einstimmen, zum Mitsingen. Doch die Genossen sträuben sich, wollen offenbar nichts wissen vom Regen. Besonders in diesen hellen Tagen, wo der Weg zur Macht im Saarland so nahe scheint. Den Rückenwind facht SPD-Chef Heiko Maas umso mehr an, als er neue frohe Kunde aus jüngsten Umfragen verbreitet: Die SPD hole bundesweit auf, die Mehrheit für Schwarz/Gelb sei so gut wie dahin. Motivation für die klatschenden SPDler. Die auch darüber hinweggetröstet werden, dass es mit einer Entscheidung der Grünen im Saarland noch dauern wird. "Das haben die Grünen ganz eng mit uns abgestimmt", sagt Maas, der für kommenden Donnerstag Sondierungsgespräche mit ihnen ankündigte. Ganz so als hätten diese ihren Entschluss bereits getroffen und als habe Maas das Amt so gut in der Tasche.

Noch siegesgewisser tritt der Ehren-Gast des Abends auf, Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Er gratuliert den Genossen an der Saar zu dem "phantastischen Ergebnis" und fügt wie selbstverständlich hinzu: "Endlich habt Ihr wieder einen vernünftigen Ministerpräsidenten." Da fehle jetzt nur, dass sich der alte Ministerpräsident so verhalte wie sein Thüringer Kollege. Eine Aufforderung zum Rücktritt an Peter Müller.

In Neunkirchen, da ist Sigmar Gabriel nicht allein der Bundesumweltminister. Da ist er vor allem Genosse, da hebt er die alten, sozialdemokratischen Tugenden hervor. Watscht die Liberalen ab, die durch Steuergeschenke an die Reichen verteilen wolle. Nicht, dass er Reichtum verschmähe. Aber wer in Deutschland reich geworden sei, für den müsse es für doch eine Selbstverständlichkeit sein, dieses Land in Zeiten der Krise, nach Kräften zu unterstützen. Auch die Kanzlerin bekommt ihr Fett weg. Sie sei eine "Ich auch . . ."-Kanzlerin. So etwa, als ihre roten Koalitionäre in Berlin die Kurzarbeiterregelung verlängern wollten, um Jobs zu retten - da habe sie sich mit "Ich auch" angehängt, spottet Gabriel. Und empfiehlt die Lektüre des CDU-Grundsatzprogramms, wo "Sie den neoliberalen Quatsch wiederfinden werden". Im Falle von Schwarz-Gelb nach dem 27. September "werden die Wähler ihre Angela Merkel nicht wiedererkennen". Kräftiger Applaus: Die Botschaft ist angekommen.


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