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Saar-Schüler sitzen zuviel vor dem Computer

Völklingen. Im Saarland verbringen Schüler überdurchschnittlich viel Zeit vor Fernsehgeräten im eigenen Zimmer und an Spielkonsolen. Außerdem sehen sie sich häufiger Gewaltfilme an als ihre Altersgenossen in anderen Bundesländern. Das zeigt eine Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen über Jugendkriminalität im Saarland. So haben 45,9 Prozent der Viertklässler einen eigenen Fernseher im Zimmer, im Bund sind es nur 38 Prozent. Männliche Neuntklässler verbringen laut Studie täglich über acht Stunden mit Fernsehen, Filmeschauen, Computerspielen und Internet-Chats – eine halbe Stunde länger als im Rest der Republik. Für die Studie wurden Ende des Schuljahres 2009/2010 stichprobenartig rund 2800 Viert- und Neuntklässler aller Schulformen im Land befragt.

„Sie haben im Saarland ein richtiges Problem mit dem Medienkonsum, vor allem bei Jungen“, sagte Institutsdirektor Professor Christian Pfeiffer gestern bei der Vorstellung der Studie in Völklingen. Dies sei aus zwei Gründen problematisch: Erstens gehe es mit schlechteren Schulleistungen einher. Zweitens zeige sich, dass die Nutzung nicht altersgerechter Filme und Spiele die Gewaltbereitschaft erhöhe. Der Medienkonsum hänge stark von der sozialen Schicht der Eltern ab, so Pfeiffer. Dass viele Eltern ihren Nachwuchs nicht stärker kontrollierten, sei eine „schlichte Dummheit“. Ein erster Schritt zur Senkung des Medienkonsums sei die Einführung von verpflichtenden Ganztagsschulen, empfiehlt die Studie. Sozialminister Andreas Storm (CDU) will nun prüfen, ob das Land bei der Präventionsarbeit neue Schwerpunkte setzen müsse, etwa bei der Medienkompetenz.

Positiv hob Pfeiffer hervor, dass die Gewaltneigung Jugendlicher im Saarland derzeit etwas geringer sei als im Rest Deutschlands. Außerdem sei der Anteil ausländerfeindlicher und rechtsextremer Jugendlicher niedriger als im Bundesschnitt. „Die große Linie stimmt“, sagte Pfeiffer.
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