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Saar-Studenten haben Angst vor Schulden

Saarbrücken. Wer an den Hochschulen im Saarland studieren möchte, muss dafür Gebühren zahlen – 300 Euro für das erste und zweite Semester sowie 500 Euro für jedes darauf folgende. Für Studenten werden verschiedene Finanzierungsmodelle angeboten, unter anderem das Studiengebühren-Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau.

Vor Kurzem verkündete der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU), dass das Land künftig die anfallenden Zinsen für diese Kreditform übernehme. Studenten müssen künftig lediglich die Studiengebühren zurückzahlen, frühestens zwei Jahre nach ihrem Berufseintritt.

Zur Zeit nutzen nur 570 der rund 15 000 Kredit-Berechtigten das Studiengebühren-Darlehen. Als Grund für diese geringe Zahl sieht Wael Hamdan (Campus Grün), einer der beiden Vorsitzenden des Allgemeinen Studierendenausschusses (Asta), nur zum Teil die dadurch anfallenden Zinsen.

Job statt Darlehen

Vor allem die Angst, mit einem Schuldenberg in das Arbeitsleben zu starten, trage zur Unbeliebtheit des Studiengebühren-Darlehens bei. „Man wird jeden Groschen zusammenkratzen, bevor man Schulden eingeht“, erklärt Hamdan. Eher seien Studenten bereit, durch einen Job ihr Studium zu verlängern, auch wenn dadurch höhere Gebühren durch eine höhere Semesterzahl anfielen. Insgesamt hält Hamdan die Zins-Neuregelung „im großen Rahmen für Augenwischerei“, es sei als Wahlkampfmanöver der Saar-CDU zu begreifen.

Eine „halbherzige Neuregelung“ nennt Jan Mertens, stellvertretende Sprecher der Juso-Hochschulgruppe, die Zinsübernahme durch das Land. „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich um Wahlkampfgetöse handelt.“

Eine kleine Umfrage der Saarbrücker Zeitung ergab, dass viele Studenten dem Kreditmodell grundsätzlich skeptisch gegenüberstehen. Für Juliane Maue, 20, käme ein Darlehen für Studiengebühren überhaupt nicht in Frage. „Ich habe generell ein schlechtes Gefühl, wenn ich Schulden mache“, erklärt die Psychologiestudentin an der Saar-Uni. Sie lehne Studiengebühren kategorisch ab.

Nirina Rasetahari hat zwar über das Darlehen nachgedacht, doch beantragt habe sie es nie. „Ich will mich nicht noch weiter verschulden.“ Die 22-Jährige bekommt Bafög und jobbt lieber neben ihrem Studium der Biomechanischen Technik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in einem Callcenter. Beim HTW-Studenten Capar Kneer, 24, ist die Studien-Finanzierungshilfe „glücklicherweise überhaupt kein Thema“. „Meine Eltern können mich unterstützen, und ich brauche mir darüber keinen Kopf zu machen“, sagt er. Genau wie Rasetahari und Maue würde auch Kneer einen Nebenjob dem Schuldenberg vorziehen.

So wie diese drei Studenten äußerten sich die meisten der Befragten. Nur die Saarbrückerin Astrid Cieslik, 25, sieht das anders. Die ehemalige Musikstudentin promoviert derzeit und findet das Studiengebühren-Darlehen „eine gute Sache, gerade in Hinblick auf die längere Studiendauer, die ein Nebenjob meist bedeutet“. Doch beantragt habe sie die Studiengebühren nicht – sie erhält ein Stipendium.

Hintergrund

Das Studiengebühren-Darlehen wird über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Förderbank) angeboten. Es wird elternunabhängig, ohne Sicherheiten, ohne Bonitätsprüfung und unabhängig vom gewählten Studiengang gewährt.

Das Darlehen kann für die Dauer der Regelstudienzeit plus vier Semester gewährt werden. Es wird in Höhe der zu zahlenden Studiengebühr semesterweise direkt an die Hochschule ausgezahlt. Über die Fortführung der Auszahlung kann der Student in jedem Semester neu entscheiden. red 
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