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Saar-Uni: Stehen Frauen doch auf Brust-Toupet?

Saarbrücken. Weiblicher wie männlicher Schönheitswahn bescheren der Kosmetikindustrie seit Jahren steigende Umsätze. Im Mittelpunkt des männlichen Körperkultes steht vor allem und immer wieder die Brustbehaarung. Während Sean Connery und Tom Selleck in den 60er und 70er Jahren gar nicht genug Brusthaar zeigen konnten, um die Frauen im Kinopublikum zu verzücken, ist der Brustpelz heute ziemlich verpönt. Studien belegen, dass jeder zweite 18- bis 65-Jährige zum Rasierer greift und mit der Oberkörpermähne kurzen Prozess macht.

Doch was gefällt eigentlich der Damenwelt besser? Männer mit oder ohne Brusthaaren? Dieser Frage ist die Psychologin Dr. Johanna Lass- Hennemann von der Saar-Universität auf den Grund gegangen. Die 28-Jährige Attraktivitätsforscherin führte ein wissenschaftliches Experiment mit fast 200 weiblichen Testpersonen durch. Für die ZDFSendung TerraXpress wurden den Frauen auf Notebooks jeweils die behaarten Oberkörper von 13 Männern präsentiert, die sie bewerten mussten. Anschließend kam bei den Männern der Pelz ab und die Frauen mussten erneut ihr Meinung abgeben.


Keine nennenswerte Präferenz für glatte Männeroberkörper

„Die Frauen wurden in vier Versuchsgruppen eingeteilt“, berichtet Lass-Hennemann, die an der Saar-Uni zum Thema „Stress und Partnerpräferenzen“ promoviert hat: Frauen, die die Pille nehmen, Frauen nach den Wechseljahren, Frauen, die bei der Datenerhebung ihre fruchtbaren Tage hatten und Frauen, die sie zu diesem Zeitpunkt nicht hatten. Das Ergebnis überrascht: Mit einer Ausnahme zeigte keine der Versuchsgruppen eine nennenswerte Präferenz für glatte Männeroberkörper. Nicht einmal 50 Prozent sprachen sich explizit gegen Brustbehaarung aus. Frauen, die die Pille nehmen, bevorzugten im Test allerdings die unbehaarten Männer.

Woran das liegt? Das Ergebnis lässt schlussfolgern, dass Frauen durch das Verhütungsmittel in ihrer Attraktivitätswahrnehmung beeinflusst werden, erklärt Lass-Hennemann. „Die Pille verändert den Gedächtnisprozess und die Emotionen der Frauen derart, dass sie die Attraktivität behaarter Männer anders beurteilen als Frauen, die ihren Hormonspiegel nicht künstlich verändern.“ Sie geht aber auch davon aus, dass Frauen, die bereit sind, ihrem Körper Hormone zuführen und ihn so zu verändern, auch eher bereit sind, den Körper ihres Partners verändern zu wollen.

Die generelle Tendenz zur Natürlichkeit sei bei diesen Frauen geringer. Die stärkste Vorliebe für Brustbehaarung haben laut Studie ältere Frauen nach den Wechseljahren. Rund 60 Prozent entschieden sich für den Mann mit Brusthaar. „Das war nicht wirklich überraschend, da die Brustbehaarung bei älteren Männern häufiger vorkommt“, sagt die Psychologin. Ihr sei während der Studie allerdings auch aufgefallen, dass das lautstark propagierte Schönheitsideal „rasierte Männerbrust“ auch bei jüngeren Herren mittlerweile gar kein Standard mehr sei.

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