A620 Saarlouis - Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Luisenbrücke und AS Saarbrücken-Bismarckbrücke in beiden Richtungen mit Hochwasser ist zu rechnen Eine Einrichtung der Hochwasserumfahrung auf der A 620 für den späten Nachmittag/ Abend kann zur Zeit nicht ausgeschlossen werden. Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, ihre Fahrzeuge vorsorglich nicht im Umfahrungsbereich/ Gefährdungsbereich abzustellen und die mögliche Sperrung in die Fahrzeit einzuberechnen. (11.12.2017, 16:21)

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Saar-Uni: Zehn Millionen für studentische Hilfskräfte

Einfahrt zum Saarbrücker Uni-Campus

Einfahrt zum Saarbrücker Uni-Campus

Saarbrücken. Als die Landesregierung als eine ihrer ersten Amtshandlungen die Studiengebühren im Saarland kippte, begann für hunderte Studenten der Saar-Uni das Zittern um ihren Job als Hilfswissenschaftler (Hiwi) an der Hochschule. Denn viele der Stellen wurden aus dem Neun-Millionen-Euro-Geldtopf, den die Campus-Maut jährlich in die Kassen der Hochschule spülte, finanziert. Das Bangen hat jetzt ein Ende. Das Land hat für die Kompensationszahlungen in Höhe von zehn Millionen Euro bis 2013 grünes Licht gegeben (wir berichteten).

Fachbereiche können sicher planen

Mit den Ausgleichszahlungen sollen Kündigungen und Kurzzeitverträge für wissenschaftliche Hilfskräfte vom Tisch sein. Thorsten Mohr von der Uni-Pressestelle erklärt: „Verträge, die aus Kompensationsmitteln finanziert werden, können mit einer Laufzeit bis zum 31. März 2011 abgeschlossen werden. Auch ohne den Zuwendungsbescheid des Landes können die Fachbereiche sowie die zentralen Einrichtungen somit bis zu diesem Stichtag sicher planen. Nach Eintreffen des Zuwendungsbescheids können die Fachbereiche auch für die Zeit danach Hiwi-Stellen sicher planen und Verträge abschließen.“

Insgesamt 1520 Hiwis unterstützen die Forschung, Lehre und Verwaltung der Saar-Uni. Die meisten arbeiten in der Fakultät für Rechts- und Wirtschaftswissenschaft und verdienen ohne Abschluss gerade mal 8,78 Euro pro Stunde. Mit einem Bachelor-Abschluss erhält ein Hiwi 9,79 Euro und mit einem Master- oder klassischen Uni-Abschluss 13,30 Euro.

Doch warum suchen sich hunderte Studenten einen Nebenjob an der Uni? „Das Studium ist eher theoretisch. In meinem Hiwi-Job habe ich die praktische Umsetzung“, meint Stefanie Kempter. Die 26-Jährige studiert im zehnten Semester Interkulturelle Kommunikation, Deutsch als Fremdsprache und Komparatistik. Seit ihrem sechsten Semester ist sie als Hiwi am Frankreichzentrum beschäftigt. „Besonders die interkulturelle Kommunikation interessiert mich – allein schon in zwei Sprachen zu arbeiten“, erzählt sie. „Schon wie die Franzosen einen Brief verfassen – mehr Konjunktive, mehr Verblümungen“, beschreibt sie die feinen Unterschiede in der Kommunikation.

Auch Einbußen in Kauf nehmen

Auch Andreas Rosenkranz arbeitet in einem Hiwi-Team der Saar-Uni. Der 24-Jährige studiert Materialwissenschaften und Werkstofftechnik im zehnten Semester und ist seit dem zweiten als Hiwi dabei. „Im letzten Jahr habe ich mich vor allem mit unserem Schülerlabor beschäftigt. Das habe ich mitbetreut, einen Vortrag vor Schülern gehalten und unsere Experimentierkoffer gepflegt.“ Neben dem Verdienst durch seinen Job nimmt Rosenkranz aber auch Einbußen in Kauf. „Ich habe oft vieles parallel und viele Überstunden gemacht. Darunter leidet ab und an die Freizeit.“

Rosenkranz würde vor allem die Kommunikation unter den Hilfskräften verbessern, Stefanie Kempter vom Frankreichzentrum hätte hingegen gerne mehr Computerschulungen und fühlt sich über ihre Rechte als Hiwi nicht ausreichend informiert.


„Viele Hiwis glauben, dass sie  keine Rechte haben"

Désirée Kraemer kennt die Probleme der Hiwis der Saar-Universität. Die 22-jährige Vorsitzende des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) hat einen Arbeitskreis zum Thema Hiwi-Rechte einberufen. Sie sagt: „Viele Hiwis gehen davon aus, dass sie gar keine Rechte haben. Sie fühlen sich abhängig von ihrem Professor. Dabei steht ihnen sehr wohl etwas zu, zum Beispiel Urlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall.“ Die beiden größten Problem seien, dass die Hiwis der Saar-Uni keine Tarifvertragsbindung wie beispielsweise in Berlin und keine Personalvertretung hätten. Dennoch stehen die Studenten mit ihren Fragen nicht allein da. Sie könnten sich an die Kooperationsstelle Students@Work wenden, und auch der Asta habe ein offenes Ohr, sagt die Asta-Vorsitzende Kraemer. Die Zukunft der Uni-Hiwis sieht sie nicht in Gefahr. „Ohne Hiwis läuft die Uni nicht.“

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