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Saar-Uni hilft bei Problemen mit der Hausarbeit

Saarbrücken. Die Kaffeemaschine grummelt, die Snacks stehen bereit, an den Tischen tummeln sich Studenten – die ideale Atmosphäre, um sich zu fragen „Wie gehe ich an meine Hausarbeit ran?“ Es ist bereits 18 Uhr, einige Studenten der Saar-Uni haben sich an diesem Donnerstagabend freiwillig entschieden, heute länger an der Hochschule zu bleiben. Der Anlass: die studentische Schreibnacht „Katzenjammer“ – ein von Studenten eingeforderter Sondertermin der im Rahmen Veranstaltungsreihe „Katzenjammernächte“, die im September startet.

Der Katzenjammer gilt den Hausarbeiten. Das Besondere: Neben dem Ambiente wird auch die passende Beratung vom Lehrstuhl Deutsch als Fremdsprache (DAF), der zur Germanistik gehört, geboten. „Unentschlossene Schreiber, Zweifler, und Verzweifelte“ aller Fachrichtungen sind hier gefragt. „Es geht ums Schreiben an sich, es geht darum, sich mit anderen auszutauschen, Ideen zu finden und sich Ziele zu setzen“, eröffnet die Leiterin Doktor Elisabeth Venohr die Veranstaltung.

Uni-Umfrage als Grundlage

Die „Katzenjammernächte“, die normalerweise an zwei aufeinander folgenden Abenden stattfinden, laufen im Rahmen des Schreibprojekts DAF. Anlass für die Schreibnächte war die Einführung der neuen Studiengänge, die Idee entstand infolge einer Online-Umfrage des Schreibprojekts im Sommersemester 2009. Etwa 200 Dozenten gaben eine Rückmeldung dessen, was sich mit Einführung von Bachelor und Master geändert hat. Das Problem sei vor allem, dass die Bewertungen ab dem ersten Semester in die Abschlussnote mit eingingen, die Studenten könnten nicht mehr „üben“. „Mit steigendem Prüfungsdruck sinkt dann das Niveau der Hausarbeiten. Umso wichtiger ist eine effektive Planung“, so Venohr.

Fünf Räume für fünf Entwicklungsphasen

Dabei sollen die Schreibnächte helfen. Dafür gibt es fünf Räume: Einen Ideen- und Problemfindungsraum, einen Rechercheraum, einen ruhigen Schreibraum, und zwei Beratungsräume. „Die Beratung ist kein Korrekturservice, es geht darum, den Schreibprozess anzustoßen“, erklärt die Leiterin, die gemeinsam mit einer Kollegin berät. Der Unterschied zur Fachberatung: „Die Studenten müssen keine Angst haben, ihr Gesicht zu verlieren.“ Nina Engel, die interkulturelle Kommunikation mit Ziel Magister studiert, ist begeistert: „Die Atmosphäre ist das Besondere, die Motivation ist einfach größer, wenn alle was machen“. Es fällt ihr schwer, ein Thema auf die wesentlichen Punkte zu begrenzen – ein Problem, das laut Venohr viele Studenten haben.

Finanziert wird das Schreibprojekt durch Ersatzmittel für Studiengebühren: Pro Semester stehen 19 000 Euro zur Verfügung. Bei den Schreibnächten kostet die Verpflegung 70 Euro pro Abend, die Leiterin arbeitet unentgeltlich. Venohr hat ein ehrgeiziges Ziel: Ein institutionalisiertes, fächerübergreifendes Schreibzentrum. Das müsste allerdings aus Haushaltsmitteln der Uni finanziert werden und würde etwa 45 000 Euro pro Semester kosten.

Bachelorstudenten fehlen

Nicht nur die Finanzierung, auch die Nachfrage muss stimmen. Im Laufe des Abends waren diesmal 18 Studenten da, deutsche aber auch ausländische aus Ländern wie Kirgisistan oder der Ukraine. Venohr ist nur teilweise zufrieden. Ein Manko: Studenten der neuen Studiengänge, an die sich das Angebot richtet, haben den Weg zur Veranstaltung bisher nur selten gefunden, so Venohr. Der Grund dafür: „Die Studenten müssen erstmal erkennen, dass sie ein Schreibproblem haben“ meint die Leiterin. So zählen vor allem Magister-Studenten älterer Semester zum Stammpublikum. Venohr hofft darauf, dass sich beim nächsten Termin am 19. und 20. Januar auch Bachelorstudenten dem Katzenjammer stellen werden.

:: www.uni-saarland.de/deutschalsfremdsprache

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