L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Saar-Uni kämpft gegen böse Computer-Viren

Saarbrücken. Im World-Wide-Web geht's zu wie einst im Wilden Westen. Jede Sekunde werden weltweit zwei Virenprogramme ins Netz eingeschleust, pro Minute in Deutschland die Identitäten von zwei Internet-Nutzern gestohlen, und jeden Monat gibt es 30 000 Angriffe auf Netzwerke der Bundesregierung, warnt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Spätestens seit der Affäre um das Computervirus „Stuxnet“, das im vergangenen Jahr aufs iranische Atomprogramm angesetzt war, kursiert das Schlagwort vom „Cyberwar“. Der „Krieg im Internet“ macht nicht nur den Verantwortlichen des Staates Angst. Beim Internet-Normalverbraucher wächst nach einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach ganz allgemein das Unbehagen vor der einerseits unverzichtbaren, aber andererseits undurchschaubaren Online-Welt. Zwei Drittel der Deutschen haben mittlerweile Zweifel am Schutz ihrer Daten in elektronischen Systemen.



17 Millionen Euro sollen investiert werden

Um bessere Sicherheitsstandards für die elektronische Welt von morgen zu entwickeln, will das Berliner Forschungsministerium nun bundesweit die Forschung vorantreiben. 17 Millionen Euro sollen an drei Hochschulen investiert werden. Die Universität des Saarlandes ist unter ihnen. Ihr Zentrum für IT-Sicherheitsforschung „Cispa“ („Center for IT-Security, Privacy and Accountability“) umfasst fünf Arbeitsgruppen und soll zum Start rund zwei Dutzend Mitarbeiter zählen. Die Saar-Universität teilt sich die Millionen aus Berlin mit zwei ähnlichen Einrichtungen in Darmstadt und Karlsruhe. Leiter der neuen Saarbrücker Forschungseinrichtung wird der Informatik-Professor und Kryptographie-Spezialist Michael Backes.

Schutz der Privatsphäre

Drei große IT-Themen soll das neue Informatik-Institut auf dem Campus der Saar-Uni beackern, so der Saarbrücker Informatiker. Wie kann die Sicherheit „kritischer Systeme“, zum Beispiel von Kernkraftwerken, vor Software-Attacken gewährleistet werden? Zweites Thema ist der Schutz der Privatsphäre, der gerade im Zeitalter der sozialen Netzwerke, die immer mehr persönliche Daten ihrer Teilnehmer aufsaugen, noch wichtiger wird. Und schließlich geht es um Software-Lösungen, die es Internet-Nutzern einerseits erlauben, unerkannt im Netz zu agieren, aber andererseits verhindern, dass dieser Schutz zum Beispiel für Straftaten missbraucht werden kann, erläutert Michael Backes.

Mehr junge Forscher und Doktoranden nach Saarbrücken

Über den „außerordentlichen Erfolg“ der Saar-Universität freute sich gestern bei einer Pressekonferenz Wissenschaftsminister Christoph Hartmann (FDP), auch wenn dieses Ergebnis die Landesregierung nun vor das „Problem“ stelle, Büroraum für die Mitarbeiter eines weiteren Informatik-Instituts auf dem Campus schaffen zu müssen. Die Landesregierung wolle die Arbeit des neuen Kompetenzzentrums langfristig sichern und werde drei der fünf Nachwuchsgruppen weiterfinanzieren, wenn sich der Bund aus der Förderung zurückziehe, so Christoph Hartmann.

Für Universitätspräsident Volker Linneweber zeichnet sich durch das Informatik-Zentrum ein neuer Schwerpunkt an seiner Hochschule ab: „Durch das neue Kompetenzzentrum werden wir noch mehr junge Forscher und Doktoranden nach Saarbrücken locken können.“ Die Hochschule wappne sich bei ihren Neubauplänen für ein Institut, das im Endausbau zwischen 50 und 70 Stellen zählen könnte, so der Unipräsident.

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