A62 Landstuhl Richtung Nonnweiler Parkplatz Sötern Parkplatz geschlossen, gesperrt für LKW bis 24.08.2017 07:00 Uhr ab 22.08.2017, 17:00 Uhr (22.08.2017, 14:28)

A62

Priorität: Dringend

17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
17°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saar-Uni will Diplom-Studiengang zurück

Saarbrücken. Elf Jahre ist es her, dass die Länder Europas dem in die Jahre gekommenen Hochschulabschluss Diplom den Laufpass gegeben und durch den modernen Master ersetzt haben. Seitdem versuchen zwar alle Hochschulen in Deutschland die sogenannte Bologna-Reform zum Erfolg zu tragen. Doch nicht alle können sich mit ihr anfreunden. Seit Jahren macht beispielsweise der Bund der neun führenden Technischen Hochschulen in Deutschland, TU9 genannt, gegen die Abschaffung des Titels Diplom-Ingenieur mobil. Und die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern änderte vor wenigen Tagen als erste Regierung das Universitätsgesetz, so dass ab 2011 die Hochschulen dort wählen können, ob sie ihren Studenten nach einem erfolgreichen Master-Studium in den Ingenieurwissenschaften nicht doch den Diplom-Titel vergeben wollen.

Ersatztitel geht nicht weit genug

Der Fakultät Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Saar-Universität geht dieser Ersatztitel nicht weit genug. Der Fakultätsrat stimmte einstimmig für die Einführung eines „echten“ und seiner Meinung nach „bolognakonformen“ Diplomstudiengangs Betriebswirtschaftslehre (BWL), sagt ihr Dekan Professor Christian Scholz.

Der neue Studiengang könnte wie folgt aussehen: Genauso wie in den bestehenden Bachelor- und Masterangeboten der Uni, würde das neue fünfjährige Studium einen „modularistierten Aufbau“ haben. Die Studenten sammeln also Scheine zu Themenmodulen wie Rechnungswesen oder Marktforschung und bekommen dafür sogenannte Creditpoints (300 sind für den Abschluss erforderlich). Doch im Gegensatz zum Bologna-Modell hätten die Studenten einen sicheren Übergang vom Bachelor zum Master und keine zu starke Spezialisierung wie bei manchen Masterangebote. Nach sechs Semestern können die Studenten entscheiden, ob sie die Hochschule mit einem „Bachelor-Abschluss verlassen wollen oder weiterstudieren. Von einer Abkehr von der Bologna-Reform will Scholz nichts wissen. „Ich will lediglich das bisherige Bachelor- und Masterangebot der Uni ergänzen.“ Das sei der Wunsch seiner Studenten, die Angst hätten, nach dem Bachelor keinen Masterplatz zu bekommen und mit dem Bachelor keine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu haben.

Erfolgsaussichten stehen schlecht

Das Konzept will Scholz dem Senat und dem Unirat im Januar zur Abstimmung vorlegen. Doch die Erfolgsaussichten stehen schlecht. Es gebe keinen Grund an der „außerordentlich erfolgreichen“ Bologna-Reform zu rütteln. Eine Rückkehr zum Diplomstudiengang und dessen Struktur sei „mit dem saarländischen Universitätsgesetz derzeit nicht vereinbar“, sagt Professor Manfred Schmitt, Vizepräsident für Lehre und Studium an der Saar-Uni. Es sei jedoch möglich, dass auf dem Abschlusszeugnis dokumentiert wird, dass ein Master-Abschluss in BWL gleichwertig zum Diplom sei. Angst um einen Masterplatz bräuchten Bachelorstudenten der Uni keine zu haben. Es sei „keine Quotierung vorgesehen, so Schmitt.

Auch Saar-Wissenschaftsminister Chistoph Hartmann winkt ab: „Bevor nicht der Uni-Rat mit diesem Vorschlag auf mich zukommt, werde ich mich nicht mit einer eventuellen Gesetzesänderung beschäftigen.“ Für die Hochschulrektorenkonferenz sei es zwar wie bei den Ingenieurwissenschaften denkbar, in der Betriebswirtschaftslehre einen Diplom-Titel zu vergeben, am Grundsatz, europaweit gleich lautende Abschlüsse zu verleihen, werde sie nicht rütteln.

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein