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Saar-Uni will Mädchen in Forschung locken

Saarbrücken. Es ist schon seltsam: Absolventen der „Mint“- Fächer – Mathematik, Informatik, Chemie oder Physik – sind weltweit sehr gefragt. Allein die deutsche Wirtschaft sucht jährlich mehr als 100 000 Naturwissenschaftler und Techniker – aber sie findet sie nicht. Es gebe einfach zu wenige, klagt der saarländische Bildungsminister Klaus Kessler.

Erfolgreiche Karriereaussichten

Dabei sei die Situation auf dem Arbeitsmarkt wie folgt: „Wer heute einen guten Abschluss in Mathematik, Physik oder Bioinformatik macht, dem steht eine erfolgreiche Karriere offen.“ Diese Worte richtete Kessler gestern an 40 Schülerinnen, größtenteils Gymnasiastinnen der Klassenstufe 8 und 9. Sie nehmen in dieser Woche am UniCamp der Saar-Universität teil. Bei der seit 2004 jährlich stattfindenden Mint-Woche rühren die Hochschule und das Land als Geldgeber die Werbetrommel für die Mint-Fächer.

Gefragt sind ausschließlich Mädchen. Warum? Gerade hier liege das größte „ungenutzte Potenzial“, meint Professorin Karin Jacobs. Sie bringt den Schülerinnen in dieser Woche die Physik näher. In diesem Studiengang seien knapp 30 Prozent der Studenten weiblich.

In den Mint-Fächern sei das aber eine gute Quote. Doch warum finden so wenige Abiturienten den Weg in die Naturwissenschaften? „Sie kennen die Fächer einfach nicht“, sagt Manfred Schmitt, Vizepräsident der Hochschule. Bioinformatik oder Computerlinguistik stehen nun mal nicht auf dem Stundenplan. Aus Angst vor dem Unbekannten würden sich viele eher für Sprachen entscheiden, egal wie die Berufsaussichten aussehen.

„Hoffentlich ist das Fach nicht zu theoretisch“

Noch unentschlossen ist Sarah Kuhn. Die Schülerin vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Lebach hat noch keine festen Zukunftspläne: „Entweder ich mache was mit Menschen und werde Lehrerin, oder ich gehe in die Forschung.“ Und da kämen für sie nur die Mint-Fächer infrage. Was sich hinter den Fächern verbirgt, weiß die 15-Jährige noch nicht, „ich bin aber hier, um das zu ändern.“ „Hoffentlich ist das Fach nicht zu theoretisch“, meint Lena Pohl vom Max-Planck- Gymnasium Saarlouis. Die 15- Jährige will sich den Studiengang Informatik anschauen und hofft, dass die Uni praxisnäher ist als die Schule. Davon hängt ab, ob sie sich in einigen Jahren für ein Informatik-Studium entscheiden – oder doch lieber Deutsch studieren wird.

Ganz sicher keine Sprachen, sondern wahrscheinlich Naturwissenschaften wird Naema Kramputz (15) studieren. Die Schülerin des Von-der-Leyen- Gymnasiums hat bereits ein Praktikum am Fraunhofer-Institut in Sulzbach absolviert und hofft, in der Campus-Woche weitere Infos über ihr Traumziel – ein „Mint-Studium“– zu bekommen. Was genau sie studieren wird, ist noch unklar. Nur so viel: „Es muss Spaß machen.“

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