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Saar-Unternehmen legen wieder mehr Wert auf Datensicherheit

„Edward Snowden war im vergangenen Jahr unser bester Außendienstmann.“ Diese Bemerkung kann sich Christian Kockler, Vorstand des Tüv Saarland, nicht verkneifen.

Denn der Amerikaner, der 2013 die Totalüberwachung des US-Militärgeheimdienstes NSA öffentlich machte, „hat dafür gesorgt, dass viele deutsche Unternehmen wieder wesentlich mehr Sensibilität dafür entwickelt haben, wo ihre Daten abgespeichert sind und ob sie vor dem Zugriff Dritter sicher sind“.

Kräftig davon profitiert hat die Firma Tekit Consult (Bonn), eines von neun Unternehmen, an denen die Holding Tüv Saarland mehrheitlich beteiligt ist. Eine ihrer Haupttätigkeiten ist die Zertifizierung von Rechenzentren. Hierbei wird nicht nur die Datensicherheit unter die Lupe genommen. Auch Brandschutz oder Zugangsberechtigungen werden untersucht – und ob die Datensätze mindestens doppelt vorhanden und an verschiedenen Orten sicher abgespeichert sind (Redundanz).

Kurz vor der Markteinführung steht der Tekit-Datencrawler. Er soll auf Webseiten überprüfen, welche Daten gelöscht, weitergegeben und/oder archiviert werden. Tekit Consult zählt zu dem Geschäftsfeld „Beratung/ Gutachten“. Die drei anderen sind „Seminare“, „Zertifizierung“ und „zerstörungsfreie Prüfverfahren“.

Vor allem beim zerstörungsfreien Prüfen ist der Tüv Saarland auf Wachstumskurs. Im vergangenen Jahr stieß die Firma SG-Qualitätssicherung (Castrop-Rauxel) zu der Gruppe. „Das Unternehmen deckt alle gängigen Prüfmethoden ab und hat viele namhafte Industrie-Kunden“, sagt Vorstand Kockler. Das Prüfziel ist hierbei immer, die Eigenschaften von Werkstoffen – beispielsweise Metall – ohne deren Zerstörung auszutesten. Gängige Verfahren sind Ultraschall oder Röntgenstrahlen. SG-Qualitätssicherung ergänzt das Tätigkeitsfeld der ZWP Anlagenrevision (Beckingen). Das Saar- Unternehmen überprüft mit seinen Ultraschall-Testgeräten beispielsweise Lichtmasten auf ihre Standsicherheit. Neu im Angebot sind Betonmasten. ZWP findet heraus, ob im Innern des Masts noch eine Stahl- Armierung vorhanden ist und wie dick sie ist. Ergänzt wird dieses Geschäftsfeld durch die Unternehmen Vector TUB (Hattingen) und Sector Cert (Köln). Vector TUB schult weltweit Techniker und Ingenieure, damit sie zerstörungsfreie Prüfverfahren auf Basis einer international einheitlichen Norm beherrschen. Danach erhalten sie von Sector Cert ihre Zertifizierungs- Urkunde. „Vor allem in Afrika und den USA herrscht große Nachfrage nach solchen Spezialisten“, sagt der Tüv-Vorstand. Es gebe Überlegungen, dort eigene Schulungs- und Prüfzentren einzurichten.

Zu den Firmen, in denen die Tüv-Holding die Mehrheit hat, kommen noch Minderheits-Beteiligungen und Gemeinschafts- Unternehmen. Diese haben sich weitgehend dem klassischen Tüv-Geschäft verschrieben. So prüft die SGS-Tüv Saar Industrie-Anlagen – angefangen von Aufzügen bis zu Zentrifugen. Tüv Saarland Automobil macht das, was landläufig unter dem „Tüv“ verstanden wird – die klassische Hauptuntersuchung für Autos, Motorräder und andere Fahrzeuge.

HINTERGRUND

Für den Tüv Saarland verlief das Jahr 2013 durchwachsen. „Es war weniger erfolgreich als die Vorjahre“, sagte Vorstand Christian Kockler. In einigen Gesellschaften seien Umstrukturierungen vorgenommen worden.

Ein Teil des Schulungs- Geschäfts sei schleppend verlaufen, weil eine neue Norm eingeführt worden sei und die Kunden sich daher im Vorfeld mit Aufträgen zurückhielten.

Für 2014 erwartet er, „dass es ein gutes Jahr wird.“ Der Umsatz der Tüv-Gruppe wuchs 2013 nicht. Er lag bei rund 70 Millionen Euro. Davon steuerten die verbundenen Unternehmen 33 Millionen Euro bei. Hier rechnet Kockler für 2014 mit einem Umsatzplus von zehn Prozent. Die Gruppe beschäftigt 670 Mitarbeiter. low

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