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Saar-Wanderwege: Sicherheit im Fokus

Tholey. „Diese Buche hier muss bald gefällt werden“, sagt Bernhard Paul, Forstrevierleiter für das Revier Tholey. Er zeigt auf den Stamm, der von Pilzen befallen ist und sich stark neigt. Lange wird er nicht mehr sicher stehen. Paul ist für die Baumkontrollen im Staats- und Gemeindewald bei Tholey zuständig, durch den auch der Theleyer Premium-Wanderweg „Offizierspfad Imsbach“ führt. „Die Bäume werden im 18-Monats-Rhythmus abwechselnd im belaubten und im unbelaubten Zustand nach bestimmten Kriterien kontrolliert“, erklärt er. So schreibe es die Betriebsanweisung zur Verkehrssicherung vor. Eine Baumlänge links und rechts der Wege wird jeder Baum einzeln auf Schäden wie zum Beispiel Pilzbefall, morsche Äste, Aushöhlungen des Stammes oder freiliegende Wurzeln untersucht. Wenn nötig, wird gefällt.

Nach heftigen Stürmen macht Paul mit seinen Kollegen Zusatzkontrollen. Für die Sicherheitskontrollen der „Waldmöbel“ hingegen wie zum Beispiel Sitzbänke und Tische, aber auch Stege, Brücken und Geländer ist Helmut Popp zuständig. Er ist Wegewart und bei der Gemeinde angestellt. Alle ausgezeichneten Wege geht er zwei Mal im Jahr ab, einzelne Abschnitte auch häufiger. Nötige Reparaturen macht er selbst. Muss tatsächlich mal etwas ersetzt werden, wird der Bauhof informiert. Zusätzlich habe die Gemeinde Tholey Verträge mit Wanderern aus örtlichen Wandervereinen, die ebenfalls Wege und Waldeinrichtungen regelmäßig kontrollierten, erklärt Paul. Bei seinen Kontrollgängen muss sich Popp allerdings allein auf seine Erfahrung und sein Gefühl verlassen. „Für die Kontrollen gibt es keine genauen Kriterien“, sagt er. Er achtet unter anderem auf Pilzbefall, herausstehende Nägel, morsches Holz und prüft, ob zum Beispiel die Geländer seinem Gewicht standhalten. Einen genauen Kriterienkatalog für jede einzelne Waldeinrichtung würde sich Förster Paul wünschen. Gleichzeitig weiß er, dass das kaum machbar ist, weil Brücke nicht gleich Brücke ist. Zudem wären solche Prüfungen zeitlich nicht zu schaffen. Paul berichtet, dass die Förster ein Mal pro Jahr in der Baumkontrolle geschult werden. Eine Schulung wäre auch für Wegewarte, die sich um die Sicherheit der Waldeinrichtungen bemühen, sinnvoll, findet Popp. In anderen Gemeinden gibt es bereits entsprechende Schulungen, beispielsweise im Landkreis Saarlouis.

Ein anderes Problem sieht Hans-Albert Letter, der Betriebsleiter des Saarforstes: Wanderwege samt Waldmöbel würden manchmal ohne Wissen des Saarforstes von Gemeinden oder Wandervereinen im Staatswald angelegt. Für die Förster sei dann nicht klar, wer und ob sich jemand um die Kontrollen kümmere. Vor dem Hintergrund des tödlichen Unglücks eines Wanderers in Losheim hat Letter die Förster daher schriftlich angewiesen, eine Auflistung aller Waldeinrichtungen zu machen, deren Aufsteller unbekannt sind, diese ausfindig zu machen und gegebenenfalls auf Gefahren hinzuweisen. „Durch den Vorfall ist viel ins Rollen gekommen“, sagt er. Er appelliert aber auch an die Waldbesucher: Eine gewisse Vorsicht sei immer geboten und eine „Vollkasko-Mentalität“ fehl am Platz. Die Kontrollen des Baumbestandes und der Waldeinrichtungen bezögen sich nur auf das Beseitigen von Extremgefahren. „Waldtypische Gefahren“ hingegen, mit denen jeder Waldbesucher rechnen muss, ließen sich durch keine Kontrolle ausschließen. Er verweist aber auch darauf, dass kaum etwas auf den saarländischen Wanderwegen passiere.


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