A62 Landstuhl Richtung Nonnweiler Parkplatz Sötern Parkplatz geschlossen, gesperrt für LKW bis 24.08.2017 07:00 Uhr ab 22.08.2017, 17:00 Uhr (22.08.2017, 14:28)

A62

Priorität: Dringend

20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
20°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saar-Wirtschaft hart getroffen

Die saarländische Wirtschaft hat deutlich unter der weltweiten Krise gelitten. Besonders Fahrzeugbau, Metallwirtschaft und Maschinenbau waren von dem weltweiten Nachfragerückgang betroffen.

Saarbrücken. Die saarländische Wirtschaft ist von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise überdurchschnittlich hart getroffen worden. Von dramatischen Einbrüchen bei Auftragseingängen, Produktion und Umsatz seien seit Oktober 2008 fast alle Branchen im Saarland betroffen.

Im ersten Halbjahr 2009 ist das Bruttoinlandsprodukt im Saarland mit minus 10,1 Prozent weit stärker eingebrochen als deutschlandweit (minus 6,8 Prozent). Das ist das Ergebnis des vorläufigen Rückblicks auf 2009 des Statistischen Amts des Saarlandes.

Die schlimmsten Rückschläge mussten die Stützen der Saarwirtschaft einstecken, die Metallindustrie, die Fahrzeugproduktion und der Maschinenbau. Bei den Autoherstellern und ihren Zulieferern lag der Umsatz in den ersten neun Monaten mit 5,8 Milliarden Euro 31,3 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Die Abwrackprämie hat einen noch härteren Absturz verhindert.

Umsätze zum Teil über 40 Prozent gesunken
Bei der Metallerzeugung und -bearbeitung waren die Umsätze mit 2,6 Milliarden Euro sogar um 41,4 Prozent abgesackt. Der Maschinenbau musste wegen geringerer Nachfrage die Produktion um 40,1 Prozent verringern, der Umsatz sank um 28,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Angesichts der geringeren Produktionsleistung in der Industrie ist auch die Energieerzeugung stark gesunken. Mit 5,9 Millionen Megawattstunden lag die Stromerzeugung in den ersten neun Monaten 9,7 Prozent unter der des Vorjahreszeitraums. Dabei hatte die Steinkohle einen Anteil von 84 Prozent an der Stromerzeugung. Gas trug knapp elf Prozent zur Stromerzeugung bei.

Exportgeschäft stark zurückgegangen
Auch im Außenhandel musste die Saar-Wirtschaft herbe Rückschläge einstecken. Das Exportvolumen reduzierte sich in den ersten neuen Monaten um 27 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro, die Importe sanken um 17,7 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Die Differenz erklärt sich aus einer zehnprozentigen Zunahme der Kfz-Importe. Frankreich bleibt dabei wichtigster Handelspartner mit einem Anteil von 20 Prozent beim Import und 17,5 Prozent beim Export.

Angesichts der Wirtschaftskrise hat sich auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt deutlich geändert. Im Saarland waren im Oktober 37.264 Personen arbeitslos gemeldet, 9,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich damit von 6,7 auf 7,4 Prozent. Bundesweit war der Zuwachs zwar mit 7,7 Prozent etwas schwächer, die Arbeitslosenquote war mit 7,7 Prozent im Oktober aber höher als im Saarland.

Umgekehrt gab es im vergangenen Jahr eine zunehmende Zahl von Betriebsgründungen. Von Januar bis Oktober sind 1665 Betriebe neu entstanden, 10,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Betriebsaufgaben dagegen ging um 10,7 Prozent auf 1095 Fälle zurück. Bei den Insolvenzen ist die Zahl bis September mit 342 um fast 35 Prozent gestiegen.


Hartmann will Wirtschaft mit 115 Millionen Euro fördern


Saarbrücken.
Wirtschaftsminister Christoph Hartmann will die saarländische Wirtschaft mit 115 Millionen Euro in den kommenden drei Jahren fördern. Das sagte er gestern vor dem Wirtschafts- und Wissenschaftsausschuss des Saarlandes. Vordringlichstes Ziel sei es, die Krise zu überwinden: „Wir stehen vor einer Kraftanstrengung, die wir nur mit vereinten Kräften bewältigen können“, sagte er. Mittelfristig will Hartmann Maßnahmen zur Standortaufwertung ergreifen, unter anderem durch ein Mittelstandsförderungsgesetz, Standortmarketing sowie Bürokratieabbau.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Stefan Pauluhn, bezeichnete Hartmanns Ausführungen als „unverbindlich“. Von konkreten Absichten, wie beispielsweise einer Stabilisierung der klassischen Industriezweige und gleichzeitig einer Diversifizierung der Saar-Wirtschaft könne nicht die Rede sein. red


Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein