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Saar-Wirtschaft will Schule schon für Fünfjährige

Saarbrücken. Die saarländische Industrie- und Handelskammer (IHK) hat die Landesregierung aufgefordert, angesichts des künftigen Fachkräftemangels die Qualitätsoffensive an Schulen konsequent fortzusetzen. In einem Positionspapier zur Bildung schlägt die Kammer unter anderem vor, das Einschulungsalter auf fünf Jahre vorzuziehen. Derzeit wird ein Kind schulpflichtig, wenn es bis zum Stichtag 30. Juni sechs Jahre alt wurde.

Früher in die Ausbildung

Aus Sicht der Kammer ist dies – auch mit Blick auf die europäischen Nachbarn – zu spät. Sie fordert, die Schulpflicht innerhalb der nächsten zwölf Jahre monatsweise abzusenken. „Perspektivisch treten Jugendliche dann ein Jahr früher in die Ausbildung und letztlich ins Arbeitsleben ein“, erklärte der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Hermann Götzinger auf Anfrage. „Für die meisten ist das kein Nachteil – und sie werden schon sehr bald dringend gebraucht.“ Deshalb begrüßt die Kammer auch das von der Jamaika-Regierung testweise eingeführte Kooperationsjahr zwischen Kindergarten und Grundschule. Zudem fordert sie eine Fortbildungspflicht für Lehrer sowie den Ausbau von Ganztagsschulen und -kindergärten. Das Land müsse seine politischen Spielräume im Bildungsbereich verstärkt ausnutzen, so die IHK. Nur so könne man den Herausforderungen durch sinkende Geburtenzahlen und wachsende Überalterung begegnen.

"Kinder unterschiedlich reif"

Im Bildungsministerium stößt der Ruf nach früherer Schulpflicht auf wenig Gegenliebe. „Bildung und Erziehung sind nicht nur dafür da, dass man später willfährige Kräfte in der Wirtschaft hat“, sagte Minister Klaus Kessler (Grüne). Eine generelle Einschulung mit fünf Jahren lehnt er ab, „da Kinder unterschiedlich reif sind“. Offen zeigt er sich jedoch dafür, das Eintrittsalter in die Schule flexibler zu gestalten und die Übergangsphase („Kann-Kinder“) auszuweiten. Dies fordert auch die Lehrergewerkschaft GEW im Saarland. Kessler betonte allerdings, zunächst werde er die wissenschaftliche Auswertung des Kooperationsjahres abwarten."

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