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Saar-Wissenschaftler forschen am Ötzi

Ob die vermuteten Blutergüsse von einem Schlag auf die Stirn stammen oder von einem Sturz nach einer Pfeilverletzung, bleibt noch ungelöst. „Die in der Probe gefundenen Blutklumpen lieferten weitere Hinweise dafür, dass es sich im ansonsten nahezu blutleeren Leichnam bei den dunklen Stellen um Blutergüsse handeln könnte“, berichten die Forscher in einer Mitteilung. Diese müsse sich der „Mann aus dem Eis“ unmittelbar vor seinem Tod geholt haben.

Viele DNA-Proben von Mumien liefern nach einem langen Abbauprozess keine verwertbaren Ergebnisse, anders jedoch die Protein-Analyse, die das Team durchführte. „Im Unterschied zur DNA, die in allen Zellen des Körpers gleich ist, zeigen uns Proteine, was genau an ganz spezifischen Orten im Körper wirklich abläuft“, erklärt Andreas Tholey. Hier setzt das Fachwissen des Bioinformatikers Andreas Keller an: Er prüfte, ob die untersuchten Protein-Proben zu den Genen von Ötzi passen und nicht von einer Verunreinigung des Gewebes stammen. „Dabei entstehen enorme Datenmengen, die ein Mensch alleine gar nicht auswerten kann“, erklärte er. Mehr als ein Dutzend Gewebeproben von weniger gut erhaltenen Mumien sollen nun mit der neuen Forschungsmethode auf Protein-Ebene untersucht werden, ebenso eine Magenprobe.

„Wir wollen versuchen, die Ernährungsgewohnheiten von Ötzi herauszufinden“, sagt Keller. Damit habe man schon begonnen. Saarländische Wissenschaftler haben bereits in der Vergangenheit in der Ötzi-Forschung Erfolge gefeiert: Professor Eckart Meese erforschte die Arterienverkalkung des Gletschermannes, der Biochemiker Klaus Hollemeyer untersuchte die Kleidung des Toten. Keller betreibt die Mumien-Forschung eher nebenbei, „aus Spaß und Interesse“.

Hauptsächlich beschäftigt er sich in der medizinischen Forschung. Doch gibt es zwischen den beiden Feldern Schnittstellen: „Die Forschungsmethode, die wir bei Ötzi angewandt haben, ist potenziell auch für die Menschen heutzutage nützlich“, erzählt Keller. „Man könnte beispielsweise Proteine von Tumoren untersuchen.“ Die Ergebnisse könnten in der Krebsforschung helfen.

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