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Saar-Zielfahnder spürten 2014 schon 40 Ganoven im Ausland auf

Symbolfoto.

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Die acht Kriminalisten arbeiten verdeckt, konspirativ. Selbst viele ihrer Kollegen wissen nicht, wo sich auf dem Polizeiareal in der Saarbrücker Mainzer Straße das Dezernat „Zielfahndung“ befindet. Die Namen der spezialisierten Ermittler sind tabu – aus Sicherheitsgründen. Dutzende von Schwerverbrechern haben sie bereits aus fernen Ländern zurück in die Heimat und damit ins Gefängnis geholt. Ihre Klientel erweist sich für die organisierte Heimreise in Handschellen nicht unbedingt dankbar. „Wir finden jeden, es ist nur eine Frage der Zeit“, sagt der Chef der Zielfahnder beim Landespolizeipräsidium, Kriminalhauptkommissar Klaus Heuser (Name geändert). Einem Ganoven sind sie seit fünf Jahren auf der Spur.

„Wir wissen, wo er ist, wir sind guten Mutes“, meint Heuser. In die Karten schauen lassen sich die Spezialisten nur ungern. Ihre Zielpersonen, meistens Schwerkriminelle, sollen möglichst wenig über die Methoden der akribischen Ermittler erfahren. „Qualifizierte Fahndung, besonders intensive Suche nach ausgewählten Tätern“, beschreibt der Hauptkommissar den Auftrag seines Dezernates, das mit zwei Kommandos arbeitet. Die Zielfahnder werden gerufen, wenn Personen auf der Flucht sind, von denen besondere Gefahren ausgehen, oder es sich um Täter mit hoher krimineller Energie handelt. Auch bei besonders schweren Straftaten können Staatsanwalt oder Kripochef die Spezialisten einschalten.

Amtshilfe für Steuerfahnder

„Wir schnappen uns die Leute dann“, sagt Heuser. Er verweist auf eine erfolgreiche Bilanz. Für die Sonderermittler in Sachen Wohnungseinbruch stöberten die Zielfahnder in den letzten Monaten zwei Dutzend untergetauchter Täter auf, ob in den Savoyer Alpen, in Rumänien oder Bulgarien. Für das laufende Jahr melden die Experten bereits über 40 vollstreckte Haftbefehle. Darunter ein bulgarischer Intensivtäter mit fünf Alias-Namen, der sich in Lyon versteckt hatte. Erst durch Fingerabdrücke und Tätowierungen konnte er identifiziert werden. „Wir sind eine Servicedienststelle“, sagt der Zielfahnderchef, der mit seinen Kommandos die Suche nach Ganoven für andere Dienststellen erledigt und sogar schon der Steuerfahndung Amtshilfe leistete. Damals wurde ein Betrüger in der Ukraine ausfindig gemacht. Wie arbeiten Zielfahnder?

Mit legalen Tricks und moderner Technik. Die Ermittler erarbeiten sich ein umfassendes Profil der Zielperson, kennen Vorlieben, vom Ferienort bis zum Lieblingslokal, studieren privates und berufliches Umfeld, machen Freunde, Familie und Bekannte aus. „Der Mensch hat soziale Kontakte, kommuniziert, braucht Geld und hat Gewohnheiten“, sagt Heuser. Genau da docken seine Leute an, observieren mögliche Kontaktpersonen oder hören mit richterlicher Genehmigung Telefonate mit. Ihr kleines Handgepäck haben die Fahnder schnell griffbereit. Ist ein Gesuchter geortet, wird entweder über das Bundeskriminalamt oder über direkte Kontakte die Polizei vor Ort eingeweiht, die dann zur Festnahme schreitet. In vielen Fällen reisen die Fahnder kurzfristig an, um ihre Zielperson persönlich in die Heimat zu begleiten.
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