A623 Friedrichsthal Richtung Saarbrücken Zwischen AS Saarbrücken-Herrensohr und Autobahnauffahrt Anschluss A623 Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle, rechter Fahrstreifen gesperrt (07:17)

A623

Priorität: Sehr dringend

7°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
7°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saar ist zugefroren - Betreten streng verboten

Die Saar ist teilweise zugefroren und friert immer weiter zu, wie hier in Saarbrücken, Blick von der Eisenbahnbrücke.

Die Saar ist teilweise zugefroren und friert immer weiter zu, wie hier in Saarbrücken, Blick von der Eisenbahnbrücke.

Von SZ-Redaktionsmitglied Laura Blatter

Saarbrücken. Vor rund 85 Jahren war man, was das Betreten von Eisflächen anging, noch etwas unbedarft. War der Weiher gefroren und die Eisschicht mindestens 15 Zentimeter dick, so stand dem eisigen Vergnügen meist nichts mehr entgegen. So fuhr man im Winter 1928, wie unser Archivfoto belegt, sogar auf der Saar vor der Luisenbrücke am Staden Schlittschuh. Heute ist das undenkbar. Zwar bedeckt derzeit eine zwischen acht und zehn Zentimetern dicke  durchgehende Eisdecke die Saar, doch ist das Betreten der Eisfläche strengstens untersagt, wie Peter Meyer vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Saarbrücken gestern auf SZ-Anfrage mitteilte. Auch Marco Nehlig, Leiter des Tauchdienstes bei der Berufsfeuerwehr in Saarbrücken, warnte vor der Gefahr, die vom Eis ausgeht. „Man spielt mit seinem Leben, wenn man die Saar betritt. Die Eisfläche ist nicht kontinuierlich gleich dick und somit nicht überall tragfähig. Bricht man ein, hat man keine zwei Minuten, bis eine Muskelstarre eintritt und man nicht mehr nach Hilfsgegenständen greifen kann.“

In einer Alarmübung wurde gestern der Ernstfall geprobt. 15 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, davon vier Rettungstaucher, simulierten am Staden in Saarbrücken die Situation „Person in Eisfläche auf der Saar eingebrochen.“ Mit einem so genannten Eisretter zogen sie eine Puppe aus dem Loch im Eis. Für den Ernstfall gibt Nehlig folgende „Selbstrettungsversuche“ an die Hand: „Bei verdächtigem Knistern der Eisfläche sollte man sich in Bauchlage vorsichtig zum Ufer hin bewegen. Ist man eingebrochen, sollte man die Körperbewegungen auf ein Mindestmaß reduzieren und versuchen sich in Bauchlage mit den Beinen auf eine feste Eisschicht zu schieben.“Das Eis darf auf keinen Fall betreten werden. Es gibt ja genügend andere Möglichkeiten, Schlittschuh zu fahren, ohne Gefahr zu laufen, dass man einbricht“, sagte Meyer.

Aufgrund der dicken Eisschicht ist auch die Saar-Schifffahrt auf der oberen Saar von Lisdorf bis nach Frankreich eingestellt. Einen ähnlich kalten Winter gab es im Januar 2009, erinnert sich Meyer: „Damals war das Eis bis zu 20 Zentimetern dick.“

Erst am Montag vergangener Woche war ein 46-jähriger Mann tot aus dem Niederwürzbacher Weiher geborgen worden, wie Nehlig zu Bedenken gab.

Wer Schlittschuhfahren will, kann derzeit am Bostalsee auf Nummer sicher gehen. Dort ist seit Freitag die 2500 Quadratmeter große Natureislauffläche neben der Seepromenade am Bosener Ufer geöffnet. Die Fläche ist frei zugänglich, der Eintritt frei. Für den Fall, dass jemand zu Schaden kommt, ist man dort gerüstet: „Unter der Woche ist unsere Rettungswache im Einsatz und am Wochenende bekommen wir Verstärkung vom DRK“, so eine Sprecherin des Freizeitzentrums Bostalsee. Dabei wies sie darauf hin, dass der Bostalsee selbst nicht freigegeben ist und das Betreten der Eisfläche somit untersagt ist.

Das „Betreten der Eisfläche verboten“ gilt auch am Losheimer Stausee, dem Itzenplitzer Weiher in Heiligenwald und den Weihern in Saarbrücken. „Die städtischen Weiher sind aus rechtlichen Gründen nicht freigegeben“, sagte Jürgen Wohlfarth, Rechtsdezernent der Stadt Saarbrücken.
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein