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Saarbahn-Bau schreitet zügig voran

Saarbahn

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Heusweiler/Lebach. Die Arbeiten zur Fertigstellung der restlichen Saarbahnstrecke zwischen Heusweiler-Markt und Lebach gehen schneller voran als geplant. Deshalb sind sich Saarbahn-Geschäftsführer Peter Edlinger und Projektsteuerer Daniel Bürtel sicher, dass die Bahn Mitte 2014 die gesamte Strecke von Saargemünd bis Lebach durchgehend befahren wird. Ende 2013 soll bereits die komplette Signaltechnik inklusive Oberleitungen fertiggestellt sein. Anschließend müsse man noch rund ein halbes Jahr für alle technische Abnahmen, Fahrerschulungen und Testfahrten rechnen. Die Bauarbeiten konzentrieren sich derzeit auf die beiden Hauptobjekte, das Eiweiler Brückenviadukt sowie den Spitzeichtunnel in Höhe von Landsweiler. Zwischen Heusweiler und Lebach wird die Strecke eingleisig verlaufen mit zwei Ausnahmen an Haltepunkten in Eiweiler und Landsweiler. Schon Mitte August sind die Arbeiten am oberen Teil des Brückenviadukts in Eiweiler abgeschlossen. Dann werden von dort aus bis zum Markt in Heusweiler die Gleise verlegt. Anschließend folgt zeitgleich die Verlegung der Gleise vom Brückenviadukt bis zum Spitzeichtunnel beziehungsweise vom Tunnel aus bis Lebach.

Rettungswege im Tunnel

Das vor 100 Jahren errichtete und nach dem Zweiten Weltkrieg provisorisch wieder errichtete Brückenviadukt hatte die Planer mit negativen „Überraschungen“ konfrontiert und vor besondere Herausforderungen gestellt. Die Bausubstanz stellte sich nach den Worten von Bauleiter Bürtel als völlig veraltet heraus. ,,Mit so schlechter Bauqualität hatten wir nicht gerechnet.“ So mussten zahlreiche Zwischenräume in den Brückenpfeilern mit Zement aufgefüllt werden, was die Baukosten verteuert habe. Geplant wurde mit 900 Kilogramm Beton, am Ende waren es 20 Tonnen. Auch der mit einer Million Euro realisierte neue Haltepunkt Eiweiler nimmt Gestalt an. Hier sind die Gleise bereits verlegt. Auch der Bahnsteig inklusive einer Rampe ist schon nahezu fertig. Nach Auskunft von Bürtel sind auch im Streckenabschnitt zwischen dem Spitzeichtunnel in Landsweiler und Lebach bereits 70 Prozent der Bauleistungen fertiggestellt. Der rund 500 Meter lange Tunnel enthält einen durchgehend betonierten Rettungsweg direkt neben dem Gleis sowie integrierte Löschleitungen für die Feuerwehr. Noch nicht installiert ist die Beleuchtung.

Die baulichen Qualitätskriterien sind so hoch, dass man an dem Tunnel in den kommenden 50 Jahren nichts sanieren muss, sagt Bürtel. 60 Prozent der gesamten Baukosten von rund 61,3 Millionen Euro im Streckenabschnitt Heusweiler- Lebach übernimmt der Bund, 30 Prozent das Land. Völklingen im Visier Die reinen Baukosten werden mit 53,5 Millionen Euro kalkuliert, die Planungskosten mit 7,8 Millionen Euro. Auf die Stadtbahn Saar entfällt ein Anteil von 13,5 Millionen Euro, davon 100 Prozent der Planungskosten und zehn Prozent der Baukosten. Nach Auskunft von Saarbahn-Geschäftsführer Peter Edlinger hat die Fertigstellung der Linie 1 Priorität. Dennoch wolle man im Herbst mit der Landesregierung und Wirtschaftsminister Heiko Maas (SPD) Gespräche führen, ob gemeinsam eine Linie 2 von Saarbrücken-Schafbrücke nach Völklingen geschultert werden kann. Hier sei das höchste Verkehrsaufkommen zu erwarten, allerdings stellten sich auch finanzielle Probleme. „Wir können eine weitere Linie nicht aus eigenem Saft stemmen“, so Edlinger. Entscheidend seien die zu erwartenden Unterhaltskosten für den Betrieb. Hier sei man auf einen Ausgleich angewiesen. Für eine weitere Linie nach Völklingen spreche allerdings, dass es hierfür bereits zugesagte Bundesmittel gibt, die allerdings bis 2019 abgerufen werden müssen.


MEINUNG

Weitere Linien müssen kommen

Von SZ-Redakteur Thomas Sponticcia

Die Baufortschritte zwischen Heusweiler und Lebach sind ermutigend. Alles deutet darauf hin, dass die Saarbahn nun tatsächlich Mitte 2014 Lebach erreicht. Damit darf aber nicht Schluss sein. Die Saarbahn als wesentliche Stütze des Personennahverkehrs ergibt nur einen Sinn, wenn ein Netz an Verbindungen daraus wird, die wesentliche Ballungsgebiete um Saarbrücken herum verbindet. Deshalb muss jetzt die Realisierung der Linie 2 zwischen Schafbrücken und Völklingen schnell angegangen werden, für die es ja auch bereits garantierte Bundesmittel gibt. Und es müssen weitere Optionen geprüft werden. Etwa eine Verbindung ab dem Römerkastell über den Eurobahnhof am Messegelände vorbei nach Forbach, zumal die Bahngleise schon liegen. Die Pendlerströme aus Lothringen an die Saar nehmen zu. Darauf muss man jetzt auch im Bahnverkehr naheliegende Antworten finden.


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