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Saarbahn: Erste Fahrt nach Heusweiler

Am Sonntag (30.10.2011) wurde der neue Streckenabschnitt der Saarbahn nach Heusweiler eingeweiht. Die Arbeiten an der Strecke gehen indes weiter.

Am Sonntag (30.10.2011) wurde der neue Streckenabschnitt der Saarbahn nach Heusweiler eingeweiht. Die Arbeiten an der Strecke gehen indes weiter.

Heusweiler. Torsten Dostert (41) hat etwas Herzklopfen. Er fährt die mit einer blauen Schleife verzierte erste offizielle Saarbahn von Etzenhofen-Walpershofen nach Heusweiler. Er habe sich immer schon für Bahnen begeistert und sei vom Beruf des Bergmanns zur Saarbahn gewechselt, erzählt Dostert. Unterdessen strahlt Mario Bustemi. Mit gerade mal dreieinhalb Jahren dürfte er wohl der jüngste Gast bei der „Jungfernfahrt“ auf dem neuen Streckenabschnitt sein. Auch sein fünfjähriger Bruder Dario freut sich, dass der Opa Jürgen Loch (65) seinen Enkeln dieses Erlebnis bietet. Der gemeinsame Saarbahn-Ausflug zum Weihnachtsmarkt in Saarbrücken sei schon fest gebucht, wie jedes Jahr, sagt der Opa.

Es ist beim Einweihungsfest überhaupt erstaunlich zu erfahren, wer alles schon seine festen Pläne mit der Saarbahn hat. So auch Dieter Torkar, der evangelische Pfarrer in Heusweiler. Er segnet mit dem katholischen Pastor Theo Welsch die Bahn vor ihrer ersten Tour. Torkar hat Mitglieder des Presbyteriums von einem Ausflug nach Saargemünd überzeugt. Dort wolle man sich den Weihnachtsmarkt ansehen und die französische Gastronomie unter die Lupe nehmen. Nicht nur dort wird man sich freuen.

Auch die Gastronomen und Geschäftsleute in Heusweiler erhoffen sich starken Auftrieb durch den Saarbahn-Halt.  Karlheinz Navky (81), der nur wenige Meter neben dem Bahnhof Heuweiler wohnt, ist sicher: „Das bringt mehr Leben nach Heusweiler und unseren Geschäften weiteren Auftrieb.“



Kein Zweifel: Bei der Einweihung des Haltepunktes Heusweiler überwiegt Optimismus allerorten. Die zahlreichen Bauverzögerungen über Jahre sind nahezu vergessen. Der ganze Ort ist da: Tausende. Von Familien mit Kindern bis hin zu Bergleuten in voller Tracht. Während am Heusweiler Bahnhof die VVS-Bigband die erste Fahrt mit dem berühmten Lied „Chattanooga Choo Choo“ von Glenn Miller begleitet, wartet

„Spitzbuben“ sind auch da

in Etzenhofen eine Band namens „Die saarländischen Spitzbuben“ auf ihren Einsatz. Spitzbübig fällt auch so manche Bemerkung der prominenten Redner aus. So bemerkt Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU), man müsse mittlerweile wohl über eine Verlängerung der Amtszeit von Bürgermeistern nachdenken, damit diese noch in der Lage seien, die Saarbahn auch in ihrem Ort zu begrüßen. Nikolaus Jung (CDU), der im Publikum steht, ist unmittelbar betroffen. Als einer der größten Befürworter dieses Projektes wollte er schon vor Jahren als Bürgermeister die Saarbahn in Lebach begrüßen. Jung ist längst in Pension. Und die Bahn immer noch nicht da. Das werde sich jetzt jedoch ändern, prognostizieren die Redner und Prominenten auf dem Fest. Allen vorweg die Ministerpräsidentin selbst. Als einzige grenzüberschreitende Straßenbahn in Europa werde die Saarbahn Anfang 2014 Lebach erreichen.  Peter Edlinger und Norbert Reuter von der Saarbahn-Gesellschaft teilen diese Einschätzung. Kramp-Karrenbauer verrät zudem, dass sie schon in den Anfangsjahren der Saarbahn gerne mit ihren Kindern nach Saarbrücken gefahren sei, als diese noch klein waren. Heute nutze die Familie die Saarbahn gerne für einen Kinoabend in Saarbrücken. Sie selbst hofft perspektivisch auch auf eine Verbindung durch Püttlingen, ihren Wohnort.



Abwegig ist das nicht. Schon früher fuhr eine Eisenbahn von Lebach durch das Köllertal über Püttlingen nach Völklingen. Die Trasse ist da, Planungen könnten beginnen. Doch nach Auskunft von Umweltministerin Simone Peter (Grüne) sind andere Strecken vorrangig. Da entsprechende Finanzmittel schon in der Ausbaustufe 1 des Saarbahn-Projektes von Bund und Land eingeplant aber bisher noch nicht abgerufen worden sind, stehe zunächst eine Saarbahn-Verbindung von Saarbrücken über Burbach nach Völklingen im Vordergrund. Saarbahn-Geschäfsführer Reuter mahnt zur Eile. Die bewilligten Bundesmittel aus dem Gesetz (GVFG) stünden nur bis 2019 bereit. Nicht nur die Bauarbeiten müssen jetzt also zügig weitergehen.
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