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Saarbahn-Kunden müssen mit Streiks rechnen

Saarbrücken. Noch in dieser Woche müssen Kunden der Saarbahn mit Streiks rechnen. Das kündigte Oliver Plötz, Vorstandmitglied der Ortsgruppe Saarbahn der Gewerkschaft der Lokführer (GdL) gestern an. 96 Prozent der GdL-Mitglieder bei der Saarbahn haben sich in einer Urabstimmung für Streiks ausgesprochen, um die Forderung nach höheren Gehältern durchzusetzen. 57 der 77 Triebfahrzeugführer der Saarbahn sind Mitglied der GdL.
 
„Die Saarbahn ist uns bisher nicht wie gehofft entgegengekommen“, sagt Plötz. Die GdL hatte für die Saarbahnfahrer angelehnt an den Tarifvertrag der Deutschen Bahn Lohnerhöhungen von mehr als zehn Prozent gefordert. Bereits seit Wochen verhandeln GdL und Saarbahn, begleitet von mehreren Warnstreiks, über eine Erhöhung der Vergütung für die Triebfahrzeugführer. Dabei sollen die Verhandlungen bei der Saarbahn Modellcharakter für die Privat- und Kommunalbahnen deutschlandweit haben. „Wir brauchen einen Flächentarifvertrag, der das Lohnniveau des Marktführers Deutsche Bahn für alle Bahnen sichert“, sagte GdL-Chef Claus Weselsky gestern der „Frankfurter Rundschau“. Die GDL habe dazu 50 Tarifverträge mit privaten und kommunalen Regional- und Güterbahnen gekündigt. Bei der Deutschen Bahn verdienen Lokführer laut GdL im Schnitt netto 1750 bis 1950 Euro im Monat. Kommunale Unternehmen wie die Saarbahn zahlten 300 bis 500 Euro weniger.

Den Vergleich mit der Deutschen Bahn allerdings will die Saarbahn nicht gelten lassen. „Bei einem Flächennetz von 25 Kilometer Länge kann man die Anforderungen bei der Saarbahn nicht mit denen eines Lokführers der Deutschen Bahn vergleichen“, sagte Saarbahn-Sprecherin Christa Horn. Das sieht auch Ortsgruppen-Vorstand Plötz: „Natürlich ist es unser Ziel, den Tarifvertrag der Bahn zu übernehmen. Aber wir verlangen das gar nicht eins zu eins. Man muss da auch die Größe der Saarbahn berücksichtigen.“ Die bisherigen Angebote der Saarbahn allerdings seien unzureichend. Diese hat den Lokführern nach Angaben von Saarbahn-Geschäftsführer Norbert Reuter unter anderem drei Prozent mehr Lohn ab 2010 sowie eine neue Gehaltsstufe ab 20 Jahren Berufserfahrung angeboten. „Die entspricht noch einmal einer Gehaltserhöhung von sieben Prozent“, sagt Reuter.

Er hält die Forderungen der Gewerkschaft für überzogen. „Wir sind gerne bereit, einen eigenen Tarifvertrag mit der GdL abzuschließen. Allerdings muss die Basis sein, was schon seit 13 Jahren gilt.“ Schon seit Jahren würden Busfahrer und Bahnfahrer bei den Nahverkehrsbetrieben wegen annähernd gleicher Qualifikation gleich eingestuft. Bisher werden sie deshalb über den Tarifvertrag Nahverkehr einheitlich bezahlt. „Wenn wir jetzt den Bahnfahrern mehr Geld bezahlen, werden wir das natürlich auch den Busfahrern bei den nächsten Verhandlungen anbieten müssen“, sagt Reuter. Dabei hat die Saarbahn angesichts eines Verlustes von 16 Millionen Euro im vergangenen Jahr wenig Spielraum. Reuter sieht wenig Hoffnungen, dass die Streiks noch zu vermeiden sind: „Wir haben zwar den Eindruck, dass wir in den Gesprächen mit der Ortsgruppe gar nicht so weit voneinander entfernt sind, aber die Äußerungen des GdL-Vorstands zeigen, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen werden soll.“  Joachim Wollschläger
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