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Saarbahn bis Saargemünd: Das sagen Passanten

Die Saarbahn ist die schnellste Verbindung nach Saargemünd. Alle 30 Minuten rollt sie dorthin. Doch damit könnte bald Schluss sein.

Die Saarbahn ist die schnellste Verbindung nach Saargemünd. Alle 30 Minuten rollt sie dorthin. Doch damit könnte bald Schluss sein.

Saarbrücken. Die Saarbahn ist die schnellste Verbindung nach Saargemünd. Alle 30 Minuten rollt sie dorthin. Doch damit könnte bald Schluss sein. Denn die Pariser Regierung will 2012 mehr Geld dafür, dass die Saarbahn im Bahnhof von Saargemünd halten darf. Bislang zahlte die Saarbahn dafür 42 000 Euro pro Jahr, ab 2012 will Paris 134 000 Euro. Saarbahn-Sprecherin Sarah Schmitt erklärt, dann werde die Verbindung für die Saarbahn wirtschaftlich unvertretbar.

Die Landesregierung und Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) wollen Paris umstimmen. „Für die Saarbahn-Verbindung als Vorzeigeobjekt der Völkerverständigung muss eine Regelung gefunden werden“, sagt Britz, die gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzende der Saarbahn GmbH ist. 350 Passagiere nutzen die Verbindung jeden Werktag. Berufspendler, Kaufwillige oder Spaziergänger. Der Gedanke, dass die Saarbahnverbindung Saarbrücken-Saargemünd 2012 abgeschafft werden könnte, beunruhigt Menschen aus beiden Städten.
Franziska Kuchly aus Saargemünd fährt alle drei Monate mit der Saarbahn nach Saarbrücken. Zum Einkaufen oder zum Spazierengehen. Ein Ausflug, den sie nicht missen möchte. Zwar könnte die 73- Jährige noch Auto fahren, doch dazu hat sie keine Lust. Viel zu hoch seien die Parkgebühren, und der ganze Stress bleibe ihr in der Saarbahn erspart. Müsste sie auf die Deutsche Bahn umsteigen, wäre sie zeitlich sehr gebunden: „Der Zug fährt ja gar nicht so oft wie ich will.“ Auch Danielle Kremer (62) benutzt die Saarbahn regelmäßig. Sie fährt abends oft zum Essen nach Saarbrücken. 

„Mit der Bahn ist es viel praktischer als mit dem Auto“, sagt die Saargemünderin. Sie könnte sich nicht vorstellen, auf die Saarbahn verzichten zu müssen. Sie befürchtet, dass sie nicht mehr so oft nach Saarbrücken kommen würde.

Die Brasserie „Terminus“ ist ein beliebter Jazzclub direkt am Saargemünder Bahnhof. In Saarbrücken schon lange kein Geheimtipp mehr. Raphael Martin arbeitet dort als Kellner. Er glaubt nicht daran, dass die Saarbahn bald nicht mehr nach Saargemünd fährt. Martin erinnert sich noch an den Aufruhr im Jahr 2004 und 2010. In beiden Jahren wurden die Schienengebühren in ganz Frankreich erhöht. Nur die Saarbahn hatte Glück: Die Gebührenerhöhung im grenzüberschreitenden Nahverkehr blieb aus. „Aber es wäre für uns ein herber finanzieller Verlust, wenn es jetzt tatsächlich so weit käme. Unsere Gäste sind hauptsächlich Saarländer. Es gibt Abende, da sind nur deutsche Gäste da. Und die sind größtenteils mit der Saarbahn gekommen“, erzählt der 33- Jährige. Die Kneipe ist fester Anlaufpunkt von Saarbrücker Musikern und Musikinteressierten. „Es wäre eine Katastrophe!“, sagt Martin. Normales Kneipenpublikum aus Saarbrücken verkehrt täglich im „Terminus“.

Ohne Saarbahn wäre das nicht so, glaubt der Kellner: „Der letzte Halt in Deutschland ist fast zwei Kilometer von hier entfernt. Die Leute müssten von dort zu Fuß gehen. Das macht niemand!“

Er selbst nutzt die Saarbahn, um abends nach Saarbrücken zu fahren. Er hat dort viele Freunde. Wie es ohne die Verbindung wäre, daran will er gar nicht denken. Das möchte auch Roman Marek nicht. Der Saarbrücker fährt zwei- bis dreimal die Woche nach Saargemünd. Zum Einkaufen und auch zum Arbeiten. Er ist sehr besorgt: „Wenn die das alles abschaffen, muss ich mir ein Auto zulegen, oder eine ordentliche Busverbindung raussuchen.“ Ob das so einfach ist, bezweifelt er.

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