L125 Neunkirchen Richtung Saarbrücken-Johannisbrücke Kreuzung Neunkirchen-Sinnerthal Vollsperrung, Bauarbeiten bis 01.05.2018, eine Umleitung ist eingerichtet Die Sperrung erfolgt aufgrund von Sanierungsarbeiten am Brückenbauwerk und der Fahrbahn im Bereich "Plättches Dohle" (18.04.2017, 10:58)

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Saarbrücken: Behinderte Kinder bald zur Regelschule?



Saarbrücken. Die große Koalition macht Ernst mit der Umsetzung der UN-Behindertenkonvention in den Schulen. Sozialminister Andreas Storm (CDU) teilte gestern mit, dass das Saarland die Inklusionsquote – also den Anteil der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in Regelschulen unterrichtet werden, – von derzeit 41 auf „deutlich über 50 Prozent“ im Jahr 2016 erhöhen will. Die damalige Bildungsministerin und heutige Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte eine konkrete Festlegung zur Anhebung der Inklusionsquote vor drei Jahren noch strikt abgelehnt. Storm sagte der SZ, es gehe darum, die Voraussetzungen für eine echte Wahlfreiheit zwischen dem Besuch einer Regelschule und dem einer Förderschule zu schaffen. Zwischen dieser Wahlfreiheit und der Festlegung auf eine höhere Inklusionsquote sehe er keinen Widerspruch. Wenn sich Eltern am Ende trotz verbesserter Rahmenbedingungen für den Besuch einer Regelschule dafür entscheiden würden, ihr Kind in eine Förderschule zu schicken, müsste man dies akzeptieren.

So gebe es bei den Eltern blinder und hörgeschädigter Kinder weiter großes Interesse am Besuch von Förderschulen, so Storm. Er glaube aber nicht, dass der allgemeine Trend zu einer höheren Integrationsquote dadurch konterkariert würde. Storm will die kommunalen Behindertenbeauftragten per Gesetzesänderung stärken und Förderprogramme an die Einhaltung verbindlicher Vorgaben zur Barrierefreiheit knüpfen. Er kommt damit einer Forderung des Landesbehindertenbeirates nach. Zugleich plant er ein mit 5,8 Millionen Euro ausgestattetes Programm zur Schaffung von „barrierefreiem und barrierearmem“ Mietwohnraum, um Menschen, die bisher in Heimen leben, ein selbstbestimmtes Wohnen zu ermöglichen. Storm kündigte an, den Aktionsplan zur UN-Behindertenkonvention am 17. August dem Kabinett zur Verabschiedung vorzulegen.

Bei der Umsetzung und Weiterentwicklung des Aktionsplans will er die Behindertenverbände einbeziehen. Schon 2014 soll der Plan wieder auf den Prüfstand kommen. Der Landesbehindertenbeirat hatte dies zur Bedingung für seine Zustimmung zum Aktionsplan gemacht. Gemeinsam mit der Ärzteschaft will der Sozialminister schrittweise mehr Barrierefreiheit in Arztpraxen durchsetzen. Dies solle auf dem Wege von Selbstverpflichtungen geschehen. Dasselbe strebe er für die Krankenhäuser an. Storm sieht gute Chancen, die jahresdurchschnittliche Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten im Land, die 2005 noch bei über 2600 gelegen habe, in diesem Jahr auf unter 2000 zu senken. Probleme gebe es aber nach wie vor beim Übergang von Behinderten- Werkstätten auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Dort liege die Vermittlungsquote bei lediglich 0,3 bis 0,4 Prozent.


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