L365 Weiskirchen Richtung Nonnweiler Sitzerath Gefahr durch defektes Fahrzeug L 365, Vollsperrung für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in der Ortsdurchfahrt Sitzerath, aufgrund eines liegengebliebenen Schwertransportes Für Fahrzeuge bis 7,5 Tonnen besteht keine Vollsperrung. (08:29)

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Saarbrücken: Bis zur Fahrradstadt ist es noch weit

Saarbrücken. Radfahren ist auf vielen Routen im hügeligen Saarbrücken nicht gerade bequem. Um mehr Leute für das Umsteigen aufs Rad zu begeistern, setzte sich die Stadt Saarbrücken 2009 ein ehrgeiziges Ziel: Mit einem Radwegeplan will sie bis 2015 den Radanteil am Gesamtverkehrsaufkommen auf zehn Prozent steigern. Das heißt: Jeder zehnte in Saarbrücken zurückgelegte Kilometer soll in fünf Jahren aufs Konto der Radfahrer gehen.

Die gegenwärtigen Zahlen zeigen, dass die Verwaltung Großes vorhat. Zurzeit wird das Fahrrad nur für zwei Prozent aller in Saarbrücken zurückgelegten Strecken genutzt. „Das ist der niedrigste Prozentsatz aller deutschen Städte“, sagt Jan Messerschmidt. Er ist Landessprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Der ADFC Saar ist skeptisch, was die Steigerung des Radanteils in Saarbrücken auf zehn Prozent angeht. Denn Messerschmidt kennt Statistiken, die zeigen, dass sich am Radanteil von zwei Prozent in den vergangenen Jahren kaum was geändert hat.

Dabei ist die Ausstattung Saarbrückens mit Radwegen für Messerschmidt nicht das größte Problem. Beim Radwegenetz liege Saarbrücken sogar im Mittelfeld deutscher Städte. „Das entscheidende Problem ist das Bewusstsein für das Radfahren“, sagt Messerschmidt. Die Saarländer seien nämlich lieber mit dem Auto unterwegs. Zudem kämen viele Pendler mit dem Auto in die Stadt. „Es muss ein Konzept her, um das Image des Fahrradfahrens zu fördern“, verlangt der Sprecher des ADFC Saar. Wie so etwas funktionieren könnte, hätten Werbekampagnen wie „Mit dem Rad zur Arbeit“ gezeigt. Auch Guido Vogel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion, ist für Imagekampagnen, die Lust aufs Radeln machen. Aber bisher sei nichts Derartiges in Sicht, sagt Vogel. Er und Messerschmidt wollen, dass die Radler wieder eine Stimme in der Stadtverwaltung haben. Die Stelle des Fahrradbeauftragten, die der rot-rot-grüne Koalitionsvertrag vorsieht, ist aber unbesetzt. Wann ein neuer Fahrradbeauftragter anfängt, ist ungewiss. „Ich hoffe, dass die Stelle des Fahrradbeauftragten im Laufe des Jahres besetzt wird“, sagt Vogel. Ein Unding für den ADFC Saar. „Für uns ist die derzeitige Situation ohne Fahrradbeauftragten sehr unbefriedigend“, sagt Messerschmidt. Der Fahrradbeauftragte solle den Ausbau der Radwege vorantreiben. Denn Vogel will nach den jüngsten Fortschritten Stillstand vermeiden. Gerade in den zurückliegenden zwei bis drei Jahren sei einiges bei den Radwegen erreicht worden, sagt Vogel.



Zurzeit markiert die Stadt Radspuren in der Dudweilerstraße und baut in der Metzer Straße einen Weg, so dass Radler schließlich eine Nord-Süd-Verbindung durch die Stadt haben.

Das kann aber dauern. Stadtsprecher Blug sagt, warum stellenweise ein Radweg schon fertig ist, während sich gegenüber noch nichts tut: Die Stadt könne, um Geld zu sparen, Radwege oft nur bauen, wenn sie einen Straßenabschnitt ohnehin reparieren muss. Dass Radwege auf Kosten der Sicherheit gehen, weil sie die Fahrbahnen verengen, schließt die Stadt aus. Denn Stellen, an denen es eng werden könnte, würden von Experten überprüft, versichert Vogel. Blug sieht sogar Vorteile, wenn die Fahrstreifen für die Autos zugunsten der Radspuren schmaler werden: Schmalere Autospuren senken die Geschwindigkeiten. Somit könne der Ausbau des Radwegenetzes in Saarbrücken die Verkehrssicherheit für alle erhöhen.
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