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Saarbrücken: Für viele eine neue Heimat

Saarbrücken. Bänke und ein Tisch stehen in der Sommersonne auf dem Rasen. Junge Leute treffen sich, wie vor gut einem Jahr, zu einem der größten Geschichtsprojekte in der Landeshauptstadt: „Startpunkt – Zielpunkt Saarbrücken“. Das ist eine riesige Spurensuche: Die Suche nach dem, was Einwanderer nach Saarbrücken führte, was sie sich erhofften. Was sie dann in der neuen Heimat erlebten, leisteten, erlitten. Was Traum blieb und was wahr wurde.

Im Sommer 2008 klinkten sich dann Schulen, kirchliche Gruppen und andere Teams ein. Jede Idee war willkommen, um die Menschen und ihre Schicksale hinter Einwanderung und Auswanderung sichtbar zu machen. Im September steht während der interkulturellen Woche die Schlusspräsentation an. 

Zuvor  ist es Zeit für eine erste Bilanz.:  „1000 junge Frauen und Männer aus der Landeshauptstadt haben mitgemacht“, sagt Projektleiter Heiner Buchen. „Das sind Schulklassen ebenso wie Jugendliche außerhalb der Schulen. Das Ergebnis übersteigt meine Erwartungen“, sagt Nil Berber, die „Startpunkt – Zielpunkt Saarbrücken“ von Anfang an wissenschaftlich begleitet. Ein Pluspunkt war die Offenheit der großen Saarbrücker Schulen. Buchen: „Es gab da viele, die das Vorhaben freudig angenommen haben.“
 
Berber, Buchen und das übrige Projektteam führen den Erfolg auf junge Leute wie Jan Bier zurück. Jan begleitete eine Firmgruppe, die in Alt-Saarbrücken Einwanderer interviewt hat. Buchen ergänzt: „Eine tolle Sache war auch ein Beitrag von Firmlingen, die mit der Künstlerin Annette Orlinski einen Raum der Landesaufnahmestelle Lebach im Kulturbahnhof nachbauten. Er steht exemplarisch für alle Orte weltweit, an denen Flüchtlinge erst einmal landen.“

Tobias Eppers interviewte einen 34 Jahre alten Ägypter. „Er fand zu Hause keine Arbeit und kam zum Studium nach Deutschland.“ Eppers sieht seit diesem Interview Saarbrücken und seine Bedeutung für Zuwanderer mit anderen Augen. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir in diesem Maße eine Einwandererstadt sind.“ Bislang verband Tobias mit diesem Wort eher Mega-Städte wie New York und Paris. 
 
Am 20. September beginnen mit der Ausstellungseröffnung im Kulturbahnhof die interkulturellen Wochen. 14 Tage lang sind die Ideen für mehr Toleranz dort präsent. „Dann sind Video-Installationen zu sehen und Tondokumente zu hören. Zum Auftakt laden wir schon jetzt alle ein, die mit dem Projekt zu tun hatten“, sagt Buchen. Er blickt übers Riesenprojekt hinaus auf das Echo im Internet. „Die Webseite gestalten Jugendliche und die Medienkünstlerin Maria Kowalski. Im Netz lassen wir weit über Saarbrücken hinaus Menschen in unser Projekt hineinschauen.“ Frank Kohler  
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