A8 Neunkirchen Richtung Saarlouis Zwischen AS Schwalbach/Schwarzenholz und AS Schwalbach Dauerbaustelle, Arbeiten am Mittelstreifen, linker Fahrstreifen gesperrt bis 28.10.2017 16:00 Uhr Zweiter Fahrstreifen auf Standspur eingerichtet. (26.05.2017, 13:53)

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Saarbrücken: Schluss mit lauten Kanaldeckeln!

Saarbrücken. Abgesenkte Kanaldeckel in den Fahrbahnen sind für Zweiradfahrer eine Gefahr, für Autofahrer zumindest wenig angenehm und für Passanten und Anwohner ein Ärgernis: Denn sie klappern brutal und gehen an die Nerven. Selbst in der Fachsprache der Bauingenieure hat sich für dieses Phänomen das Wort „Rumpelfalle“ eingebürgert.

Kanaldeckel beginnen vor allem auf viel befahrenen Straßen mit Schwerverkehr abzusacken, weil sie irgendwann die enormen Belastungen der darüber rollenden Fahrzeuge nicht mehr aushalten. Die Reparatur ist aufwändig und langwierig: Deckel ausbauen, Asphalt abtragen, Schotter entnehmen, neuen Deckel einsetzen, Schotter neu verdichten, asphaltieren. Einschließlich der Ruhezeit für den Aspahlt dauert solch eine Baustelle meist einen ganzen Tag.

In Saarbrücken geht das alles neuerdings schneller. An der Ostspange hat die Völklinger Baufirma TSG im Auftrag des Zentralen Kommunalen Entsorgungsbetriebs insgesamt neun „Rumpelfallen“ durch neue „leise“ und stabilere Gullydeckel ersetzt, und das in nur zwei Tagen. Wie TSG-Bauleiter Christoph Donia erklärt, liege der Vorteil des im Saarland noch selten angewandten Systems (erfunden von der Firma Buderus) im konischen, also nach unten enger werdenden Zuschnitt von Rahmen und Deckel. Dieser sitze auf der Straße ähnlich passgenau wie der Stöpsel in der Badewanne. Die einwirkenden Kräfte des Verkehrs würden nicht senkrecht auftreffen, sondern seitlich in die Straßendecke verteilt. TSG baut die kaputten Deckel nicht von Hand oder mit dem Bagger aus, sondern fräst sie mit einer eigens angeschafften Maschine aus der Fahrbahn; diese Fräse, die einen sauberen konischen Schnitt zieht, ist an einem Radlader montiert, also sehr flexibel.

Polier Francesco de Fazio erklärt, dass gegenüber dem herkömmlichen Verfahren nur ein Bruchteil des Aushubes anfalle. Entsprechend weniger „Vergussasphalt“ müsse nachher eingebaut werden.

Die Arbeiten an der Ostspange hätten mit dem alten Verfahren acht bis neun Tage gebraucht, die Verkehrsteilnehmer seien nun also deutlich entlastet worden, da man die Staus auf ein Minimum reduziert habe. Nach Angaben des Bauleiters Donia sind die neuen Kanaldeckel und ihr Einbau etwa gleich teuer wie das bekannte Verfahren, allenfalls unwesentlich teurer. In den Saarbrücker Straßen lägen mindestens 5000 Kanaldeckel. Jahr für Jahr würden etwa 200 bis 300 erneuert, oft nach Hinweisen aus der Bevölkerung auf solche „Rumpelfallen“.

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