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Saarbrücken braucht "Stadtmitte am Fluss"

Saarbrücken. Manchmal macht das, was nicht ausgesprochen wird, hellhöriger als das, was mit viel Getöse inszeniert wird. Das Getöse verursacht die Saarbrücker FDP. Sie hat eine Kampagne gegen das Projekt Stadtmitte am Fluss gestartet. Eine Kampagne, die Teil des Landtagswahlkampfes ist, wie es in einer E-Mail von FDP-Kreisgeschäftsführer Rüdiger Linsler an die „lieben Parteifreundinnen und Parteifreunde“ heißt. Man wolle im Wahlkampf Unterschriften gegen das Projekt sammeln, kündigt Linsler an.

So weit das Getöse. Was den Projektplanern mehr Sorgen machen dürfte, ist das Schweigen beim CDU-Wahlkampfauftakt am Montagabend am Saarbrücker Schloss. Dort haben Ministerpräsident Peter Müller und Finanzminister Peter Jacoby sich zwar zur Verantwortung der Landesregierung für die Landeshauptstadt bekannt. Von Stadtmitte am Fluss war aber keine Rede. Stattdessen sprachen Müller und Jacoby vom Eurobahnhof, vom Flughafen, von der Universität, der Hochschule für Technik und Wirtschaft, vom Museumsneubau, der neuen Halle, die das Land bezahlen will. Auch die Saarbrücker CDU-Landtagskandidaten Martin Karren, Michael Jung, Anke Schwindling und Shanta Ghosh erwähnten Stadtmitte am Fluss nicht in der Aufzählung der Dinge, für die sie sich im Landtag stark machen wollen. Die CDU-Stadtratsfraktion hat sich zwar vergangene Woche zum Projekt bekannt, dieses Bekenntnis aber zu massiver Kritik an Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) genutzt. Man befürchte, dass sich die CDU darauf vorbereite, das Projekt scheitern zu lassen und die Schuld dafür der SPD-Frau Britz zuzuschieben, heißt es im Umfeld der Oberbürgermeisterin.

Der ehemalige Bonner Stadtbaurat Professor Sigurd Trommer hat den Entscheidern in Saarbrücken gestern geraten, sich von den 380 Millionen Euro, die „Stadtmitte am Fluss“ kosten soll, nicht abschrecken zu lassen. Trommer hat die Jury des Bundesministeriums für Bau und Verkehr geleitet, die die Saarbrücker Planungen vor wenigen Wochen mit dem nationalen Preis für Stadtentwicklung ausgezeichnet hat. Um im Wettbewerb der Städte, der längst ein internationaler sei, bestehen zu können, müssen Städte wie Saarbrücken „alle Register ziehen“ sagte Trommler gestern im Gespräch mit der SZ. Die Stadtautobahn sei ein „enorm negativer Faktor“ für die Entwicklung Saarbrückens. Die Autobahn trenne die Innenstadt. Sie müsse „aus dem Blickfeld verschwinden“, wenn Saarbrücken sich positiv entwickeln wolle. Martin Rolshausen 
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