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Saarbrücken erwartet zum Altstadtfest 200 000 Besucher

Immer wieder lockt das Saarbrücker Altstadtfest wahre Besuchermassen auf den Tbilisser Platz. SZ-Archivfoto: Becker&Bredel

Immer wieder lockt das Saarbrücker Altstadtfest wahre Besuchermassen auf den Tbilisser Platz. SZ-Archivfoto: Becker&Bredel

Es soll wohl schon Momente am Tag nach dem Altstadtfest gegeben haben, da soll Veranstaltungsleiter Norbert Küntzer der Stress so zu Kopf gestiegen sein, dass er sagte: „Nie wieder! Das war das letzte Mal, dass ich das mitgemacht habe.“

 

Das erzählt zumindest Ulf Bächle, der Leiter des Amtes für Veranstaltungsmanagement, Projektentwicklung und Protokoll. Mittlerweile im zehnten Jahr mit der Organisation des Festes betraut, seien er und Küntzer so „am Rande der Routine und am Rande des Wahnsinns“ angekommen, witzelt Bächle.

 

Monate vorausplanen

Zusammen mit Christoph Conrad, Christian Mohr, Doris Rohe und Martina Sonnenrein bilden sie den Kern jenes Teams, das Jahr für Jahr das Saarbrücker Altstadtfest auf die Beine stellt. Norbert Küntzer ist im Team verantwortlich für die Organisation der Bands, die auf den Bühnen die rund 200 000 Besucher des Festes unterhalten sollen. Erste Ideen für das Bühnenprogramm werden bereits im September, nicht lange nach dem letzten Altstadtfest gesammelt.

 

Zwischen Januar und Februar steht dann bereits das Rahmenprogramm. Das sei auch notwendig, weil gerade große überregionale Bands bereits früh ihre Tour-Pläne festlegten. Bei der Auswahl der Künstler hat das Team mittlerweile die Qual der Wahl. Weit über eintausend Bewerbungen erreichten die Veranstalter pro Jahr, auch von Agenturen, die überregionale Acts anböten. Neben den Bewerbungen haben Küntzer und das Team allerdings auch eigene Ideen, welche Bands auf das Saarbrücker Fest passen könnten. Dann frage er auch selbst Bands an. So sei es auch zum diesjährigen Top-Act, Laith Al-Deen , gekommen. Durch die Kooperation mit dem Saarländischen Rundfunk sei ihm hier der Kontakt vermittelt worden. Wie auch das diesjährige Programm zeigt, versucht Küntzer immer eine ausgewogene Mischung aus lokalen und überregionalen Künstlern zusammenzustellen. Eine Quote für saarländische Bands gebe es hierbei allerdings nicht. „Mal sind es mehr lokale Bands, mal auch mehr überregionale“, sagt er. Bisher sei die Resonanz aber immer sehr positiv gewesen.

 

So sei es auch nicht selten, dass er nach Veröffentlichung des Programms Anrufe aus der ganzen Bundesrepublik erhalte von Leuten, die nach Eintrittskarten für die Konzerte fragen. „Denen sage ich immer, dass sie keine Karten brauchen und eher gucken sollen, dass sie sich frühzeitig ein Hotelzimmer organisieren. Die werden nämlich um das Altstadtfest immer knapp“, sagt er. Und auch wenn man keiner Musikrichtung ablehnend gegenüberstehe, habe sich das Team von Anfang an darauf verständigt, dass man auf den Saarbrücker Bühnen keine Coverbands sehen wolle. Man wolle eher neuen Kreativkräften eine Chance geben sich zu präsentieren, erklärt Ulf Bächle.

 

Wie bei den Bands gibt es auch in anderen Teilen der Organisation eine enge Zusammenarbeit im Team. Martina Sonnenrein und Doris Rohe sind verantwortlich für die Vergabe und das Management der Stände auf dem Fest. Neben den eigenen Ideen der beiden bringt das ganze Team auch hier Vorschläge mit, wenn die Mitarbeiter zum Beispiel irgendwo einen interessanten Stand sehen. So komme es immer wieder zu interessanten neuen Entdeckungen, sagt Sonnenrein. Dieses Jahr zum Beispiel gebe es einen Wagen, der holländischen Käse verkauft. Eine Bereicherung für eine internationale Gasse, sagt sie.

 

Die größte Herausforderung des Teams ist jedoch die Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes. „Unsere 200 000 Besucher haben einen Anspruch auf die größtmögliche Sicherheit“, sagt Ulf Bächle. Bereits vor Weihnachten beginne Christoph Conrad mit der Ausarbeitung. Dadurch, dass die Sicherheitsvorkehrungen in den letzten Jahren immer strenger wurden, seien die Kosten dort enorm gestiegen, erklärt Conrad. „Vor fünf Jahren hatten wir noch Kosten von etwa 4000 Euro für den Sicherheitsdienst und den Rest des Konzepts. Heute sind es rund 25 000 Euro“, sagt er.

 

Risiko-Faktor EM-Finale

Dieses Jahr müsse zusätzlich das EM-Finale mit möglicher deutscher Beteiligung berücksichtigt werden. Bei einem Sieg käme es dann zu erhöhtem Verkehrsaufkommen durch Autokorsos. Doch Ulf Bächle hat keine Bedenken, dass das funktionieren wird, auch bei der WM 2014 habe es keine Probleme gegeben.

 

Bis das Altstadtfest am kommenden Freitag in die nächste Runde startet, geht die Arbeit des Teams in den Endspurt. Ab Dienstag müssen die erste Bühne aufgebaut und die Stände zum Aufbau eingezeichnet werden. Norbert Küntzer muss noch Ersatz für eine Band finden, die kurzfristig abgesprungen ist. Ein weiterer Produzent von Laith Al-Deen benötige unerwartet ein Hotelzimmer , doch Saarbrücken sei nahezu komplett ausgebucht. Ein erstes Durchatmen komme erst dann, wenn die Oberbürgermeisterin freitags das Fest eröffnet. „Dann läuft‘s“, sagt Ulf Bächle. Trotzdem arbeite das Team während des ganzen Festes weiterhin auf Hochtouren.

 

Doch auch wenn Küntzer nach den Altstadtfesten manchmal die Nase etwas voll hatte, kehrte er doch jedes Mal nach dem Sommerurlaub wieder voller Elan zurück, erzählt Bächle. Und jedes Mal habe er neue Ideen für die nächste Ausgabe des Festes im Gepäck gehabt. „Und dann beginnt auch schon die Planung für das nächste Altstadtfest“, sagt er.

 

 
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