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Saarbrücken klammert sich an den letzten Strohhalm

Der Abstiegskampf des FCS geht heute in die nächste Runde.

Der Abstiegskampf des FCS geht heute in die nächste Runde.

Abstiegskampf. Das bedeutet Rennen, Kämpfen, Grätschen. Das heißt Einsatz, Herz und Hingabe. Die Leistung des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken bei der 0:1-Niederlage in Darmstadt war sicher nicht die schlechteste in dieser Saison, dennoch fehlte den Anhängern eben dieser letzte Biss, das Wunder Klassenverbleib doch noch schaffen zu wollen. Vielleicht auch deshalb wurden die Spieler nach dem Schlusspfiff sogar mit Würstchen beworfen.

„Die Fans nehmen jede Woche sehr viel auf sich. Bei unseren Ergebnissen ist es klar, dass der Frust gegenüber der Mannschaft im Moment groß ist“, sagt Tim Stegerer, dem als gebürtigem Saarbrücker die Situation und Beschimpfungen wie „Söldner“ natürlich besonders nahe geht: „Es klappt natürlich nicht alles. Aber ich gehe davon aus, dass die Jungs, die spielen, zu 100 Prozent bei der Sache sind und alles versuchen. Nur schaue ich halt vor allem auf mein Spiel.“

Stegerer war in Darmstadt einer der stärksten Saarbrücker, obwohl er nur wegen der kurzfristigen Absage von Florian Ballas (Adduktoren) ins Team rutschte und dort den Innenverteidiger geben musste. „Ich sehe mich eher als rechter Verteidiger oder als Sechser. Aber der Trainer sieht mich als Innenverteidiger. Das habe ich auch in den letzten Wochen im Training und bei der U23 gespielt“, erzählt der 25-Jährige.

Unter Jürgen Luginger war der Versicherungskaufmann aus St. Arnual der Aufsteiger der vergangenen Saison. Mit überzeugenden Auftritten als rechter wie als linker Verteidiger. Doch nach der Verpflichtung vom Kim Falkenberg vor der Saison blieb Stegerer oft nur ein Platz auf der Bank – genau wie nach dem Winter-Einkaufsrausch von Lugingers Nachfolger Milan Sasic. „Ich bin keiner, der da große Worte verliert. Ich versuche, mich über gute Trainingsleistungen anzubieten. Mehr kann man nicht tun“, sagt Stegerer, der es trotz allem in dieser Saison auf 21 Liga-Einsätze bringt, dabei sieben Mal aus- und drei Mal eingewechselt wurde.

Ob Stegerer heute gegen Hansa Rostock (19 Uhr, Ludwigsparkstadion) für seine gute Leistung gegen die Lilien mit einem Platz in der Startelf belohnt wird, hängt auch davon ab, ob Ballas wieder fit wird. „Flo hat das in den letzten Wochen gut gespielt“, findet Stegerer, „aber natürlich will ich gerne meinen Platz behalten“.

Beim 0:0 in Rostock hatte der FCS in 90 Minuten nicht einen einzigen Schuss aufs Tor abgegeben. „Ich erinnere mich genau – die hatten aber auch nicht viele“, sagt Stegerer und macht eine hoffnungsvolle Rechnung auf: „Wir können mit zwei Spielen in vier Tagen den Abstand auf die Nichtabstiegsplätze auf drei Punkte verringern.“ Aus Stegerers Mund klingt das nicht nach tumben Durchhalteparolen. Der Mann, der erst drei Tage nach seinem 24. Geburtstag sein Debüt im bezahlten Fußball gegeben hat (1:0 beim VfB Stuttgart II), ist ein Musterprofi – und will es bleiben. „Das eigene Versicherungsbüro hat noch Zeit“, sagt er lachend: „Egal, wie es ausgeht: Der FCS ist mein Verein, mein erster Ansprechpartner.“
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