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Saarbrücken kündigt Vertrag mit Saarmesse

Die Saarmesse GmbH ist derzeit unter Druck: Entweder sie akzeptiert die Vertragsauflösung  der Stadt Saarbrücken oder sie muss ihre Schulden voll und ganz zurückzahlen.

Die Saarmesse GmbH ist derzeit unter Druck: Entweder sie akzeptiert die Vertragsauflösung der Stadt Saarbrücken oder sie muss ihre Schulden voll und ganz zurückzahlen.

Saarbrücken. Der Stadtrat der Stadt Saarbrücken hat gestern beschlossen, die Zusammenarbeit mit der Saarmesse GmbH vorzeitig zu beenden. Der Vertrag soll demnach zum 31. Dezember 2012 aufgelöst werden. Bis zu diesem Zeitpunkt soll der Betrieb weitergehen, parallel aber von einem unabhängigen Projektsteuerer unter Federführung von Stadt und Land ein Konzept für die Zukunft der Saarmesse erarbeitet werden. Sollte die Messe dem Konzept zustimmen, würde die Stadt ihre Forderungen von 1,98 Millionen Euro mindestens halbieren und die Messeaufbauten für sieben Millionen Euro ablösen. Auch für die Zukunft der Beschäftigten der Saarmesse soll der Projektsteuerer eine tragfähige Lösung erarbeiten.


Stadt will Forderungen stellen

Die Messe soll für die Zeit vom 1. Januar 2011 bis zum Vertragsende unter anderem eine Festpacht für das Gelände zahlen, sowie die Betriebskosten, die Niederschlagswassergebühr und Kosten der Feuersicherheitswachen übernehmen.

Sollte die Messe dieser Regelung aber bis zum 30. April nicht zustimmen, würde die Stadt im Umkehrschluss ihre Forderungen von 1,98 Millionen Euro fällig stellen. Es ist anzunehmen, dass eine solche Forderung die Saarmesse GmbH in die Insolvenz treiben würde: 2008 wies das Unternehmen gerade mal eine Bilanzsumme von 2,9 Millionen Euro aus – davon zwei Millionen Euro Verbindlichkeiten.

Grandmontagne kritisiert Vorgehen der Stadt

Die Saarmesse hatte noch am Vorabend der Abstimmung ein Gegenkonzept vorgelegt, das dem Vorschlag der Stadt sehr nahe kommt. Darin hat Saarmesse-Geschäftsführer Eric Grandmontagne angeboten, dass die Familie gegen eine Zahlung von acht Millionen Euro aus der Saarmesse GmbH aussteigt. Die Stadt sollte dann die Messegesellschaft übernehmen – mit allen Rechten und Pflichten. „Es ist uns besonders wichtig, die Zukunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sichern“, sagte Grandmontagne. Er selbst sei bereit, seinen Posten aufzugeben, ebenso seien die weiteren im Unternehmen tätigen Gesellschafter bereit, sich aus der Gesellschaft zurückzuziehen.

Grandmontagne kritisierte das Vorgehen der Stadt und die geforderte Vertragsauflösung zum 31. Dezember 2012: „Ich kann nicht verstehen, wie man das Ende des Messevertrages fordern kann, ohne ein Anschlusskonzept zu haben.“

Ähnliche Kritik gab es gestern auch aus den Fraktionen der CDU und FDP im Stadtrat. „Es sei nicht möglich, so mit der Brechstange die Forderungen durchzusetzen“, hieß es aus dem Reihen der FDP.

Die Messegesellschaft mahnt seit langem Investitionen an. Für die Weiterentwicklung der Messe sei ein Kongresszentrum notwendig. Auch sei die Parksituation katastrophal.

Auch die Landesregierung und die Kammern hatten sich an einem runden Tisch für eine konstruktive Lösung eingesetzt. Die Kammern und Verbände hatten im Vorfeld der Messe betont, wie wichtig diese für den Wirtschaftsstandort sei.

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