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Saarbrücken macht mobil gegen freilaufende Hunde am Staden

Diese Hundehalter forderten 2010, dass sie ihre Tiere zumindest morgens und abends auf der Staden-Insel ableinen dürfen. Die Stadt verweist auf Beschwerden von Spaziergängern, die sich vor nicht angeleinten Hunden fürchten.

Diese Hundehalter forderten 2010, dass sie ihre Tiere zumindest morgens und abends auf der Staden-Insel ableinen dürfen. Die Stadt verweist auf Beschwerden von Spaziergängern, die sich vor nicht angeleinten Hunden fürchten.

  Hier versteckt jemand mühsam seine Wut hinter Ironie. „Endlich greift das Ordnungsamt gegen uns Hundebesitzer durch“, hat Mike Hieronymus auf der SZ-Facebook- Seite „Leben in Saarbrücken“ gepostet.

Das „Durchgreifen“ habe am Montag voriger Woche so ausgesehen: „Seit heute Morgen wird auch die letzte Möglichkeit am Staden zum Freilaufen unserer Hunde verboten.“

Den morgendlichen Auslauf ohne Leine habe die Stadt zuvor auf der Halbinsel an der Undine geduldet. Nun aber sei sie als Grillplatz ausgewiesen – „ohne sanitäre Anlage, den menschlichen Urin und Kot dürfen wir jeden Morgen bewundern“, mailt Hieronymus. Und weiter: „Allen Hundebesitzern wurde vom Ordnungsamt gesagt, es gebe genug Freiflächen außerhalb.“ Es sei ja auch „leicht, etwa für eine 70-Jährige, dorthin zu kommen“, fügt der Hundebesitzer mit einer weiteren Prise bitterer Ironie hinzu. Saarbrücken schaffe einfach nicht, was in anderen Städten mit ausgewiesenen Flächen für Hundebesitzer und Grillfreunde ohne Probleme funktioniert.

Stadtpressesprecher Thomas Blug entgegnet, die noch junge Erlaubnis, auf der Staden-Halbinsel zu grillen, und das Freilauf- Verbot dort hätten nichts miteinander zu tun. „Da gibt es keinen kausalen Zusammenhang.“ Kontrollen, ob Hundehalter sich an die Anleinpflicht halten, seien vielmehr nach Beschwerden fällig. Und tatsächlich habe es eine solche Beschwerde in der Woche nach dem 22. Juli gegeben. „Eine Bürgerin hatte sich beim Ordnungsamt beschwert, dass auf der Halbinsel gerade am Morgen bis zu 30 Hunde ohne Leine laufen dürfen.“ Dabei könne von „dürfen“ überhaupt keine Rede sein. „Das ist nicht erlaubt“, sagt der Stadtsprecher.

„Wir haben der Dame mitgeteilt, dass uns die Problematik an dieser Stelle so noch nicht aufgefallen ist.“ Natürlich habe der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) reagiert. „Wir haben an der Stelle zweimal morgens zwischen 7 und 8 Uhr kontrolliert und drei Hunde ohne Leine festgestellt. Der KOD muss in solchen Fällen reagieren, sei es mit einer Ermahnung oder einem Bußgeld.“ Die Saarbrücker Polizeiverordnung sei in dieser Hinsicht glasklar: „Es gibt eine Anleinpflicht innerhalb der bebauten Ortslage.“

Was bedeute: Auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen gehören Hunde an die Leine. Verstöße seien ein großes Ärgernis, denn sie führten oft zu Konflikten zwischen Hundehaltern und anderen Bürgern, die sich von nicht angeleinten Hunden gestört fühlen. „Deshalb hat unser Kommunaler Ordnungsdienst solche Dinge im Blick.“

Im Blick behalte die Stadt auch die fünf Flächen, auf denen sie jetzt das Grillen erlaubt. „Das ist ein Versuch, das Grillen auf Grünflächen in geordnete Bahnen zu lenken“, sagt Blug. „Wir verstehen das als Pilotprojekt und werden nach einem Jahr Bilanz ziehen. Es liegt in den Händen der Menschen, die dort grillen, ob es erlaubt bleibt.“ Die Befürchtung, dass sich vor allem diese Stellen zu illegalen „Freilufttoiletten“ entwickeln, teilt Blug nicht. „Wir haben vielmehr im gesamten Stadtgebiet Probleme mit dem wilden Urinieren. Sollten wir jemanden dabei entdecken, werden wir das ahnden.“

Für die neuen öffentlichen Grillflächen gelte wie für jeden Ort in der Stadt, wo Menschen sich begegnen, der Appell, sich so zu verhalten, dass andere sich nicht gestört fühlen.

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