L108 Sankt Ingbert Richtung Fechingen Zwischen Einmündung Sengscheid und Einmündung Flughafen Saarbrücken Gefahr durch ungesicherte Unfallstelle, Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn (19:40)

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Saarbrücken niest sich durch den Herbst -Erkältungswelle füllt Arztpraxen und leert Betriebe

Die Erkältungswelle hat Teile des Saarlandes – und seine Hauptstadt – fest im Griff. Viele Busse und Bahnen bleiben im Depot. Fahrgäste ärgern sich darüber.

Aber nachdem sich bei der Saarbahn rund zehn Prozent des Personals krankgemeldet haben, mussten Linien ausfallen, weil einfach niemand mehr da ist, der für die all die Kranken einspringen kann.

Doch wie sieht es in anderen Betrieben aus? Warum werden momentan so viele Leute krank? Was kann jeder Einzelne, was ein Unternehmen tun? Wir sprachen mit Béatrice Gospodinov, einer Fachärztin für Allgemeinmedizin mit dem Schwerpunkt Infektiologie. In ihrer Saarbrücker Hausarztpraxis sieht sie täglich das Ausmaß der Erkältungswelle: „Derzeit kommen extrem viele erkältete Patienten zu uns“, erklärt sie. Ein Fall der echten Grippe, also der Influenza, sei bislang allerdings nicht darunter gewesen.

Meist handele es sich um Infektionen mit anderen Viren, die ähnliche Symptome hervorrufen wie die Grippe. Das sind vor allem Hals- und Gliederschmerzen, Schnupfen sowie starker Husten. Nicht selten kommt zur Viruskrankheit noch eine bakterielle Infektion, eine so genannte Superinfektion, hinzu. „Spätestens dann ist man richtig krank“, sagt Gospodinov.

Die Saarbrücker Stadtverwaltung hat nach Angaben ihres Pressesprechers Thomas Blug kein Problem mit hohen Krankheitsraten. Auch beim Getriebehersteller ZF ist die Lage nicht dramatisch.

Die Gründe dafür erklärt Gospodinov: „Probleme haben in erster Linie Berufsgruppen, die viel mit Menschen in Kontakt kommen. In Bussen und Bahnen wirkt sich das durch die engen, geschlossenen Räume natürlich besonders stark aus.“ Auch Heizungsluft sei ein Problem, sagt sie. Diese könne die Schleimhäute austrocknen und den Körper dadurch infektanfälliger machen. Dass die Erkältungswelle bereits jetzt und nicht erst im Winter eintritt, liegt nach Gospodinov vor allem am recht plötzlichen Kälteeinbruch: „Viele waren darauf nicht eingestellt und haben sich falsch gekleidet.“ Generell sei eine so frühe Erkältungswelle nicht ungewöhnlich, sagt sie: „Nur die Schwere der Symptome ist diesmal außergewöhnlich.“

Zum Schutz vor Erkältungen empfiehlt sie neben allgemeiner Hygiene und Bewegung ausreichendes Trinken, die Aufnahme von Vitamin C, zum Beispiel im Zitronensaft – warme Kleidung und behutsam beheizte Räume.

Auf Bewegung zur Prävention setzt auch die Uni. Ihr Programm zur Gesundheitsförderung soll einem hohen Krankenstand langfristig entgegenwirken. Dafür gibt es spezielle Sportangebote für die gut 2500 Bediensteten. Das Besondere: „Wer regelmäßig an den Kursen teilnimmt, kann sie sich auf seine Arbeitszeit anrechnen lassen“, sagt Uni-Sprecherin Friederike Meyer zu Tittingdorf.

Für Ältere und chronisch Kranke reichen solche präventive Maßnahmen oft nicht. Außerdem haben sie – vor allem bei Grippe – mit besonders schweren Symptomen zu kämpfen. Deshalb empfielt ihnen Gospodinov eine Grippeimpfung, die in diesen Fällen die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt. „Auch für Menschen, die häufig mit Bus und Bahn unterwegs sind oder täglich mit vielen Menschen in Kontakt kommen, kann eine solche Impfung sinnvoll sein.“ Denn selbst wenn die echte Grippewelle noch auf sich warten lässt: Der Winter kommt bestimmt – und mit ihm für gewöhnlich auch die richtig gefährlichen Influenza-Viren.
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