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Saarbrücken startet Verleihsystem mit 450 Fahrrädern

Ab kommenden Jahr können Radfahrer an 50 Stationen in der Landeshauptstadt 450 Zweiräder ausleihen. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Vorhaben „SaaRad“ mit 1,42 Millionen Euro.

Saarbrücken. Wer in der Landeshauptstadt mit dem Fahrrad unterwegs sein möchte, muss künftig kein eigenes mehr besitzen. Bereits seit Oktober vergangenen Jahres bietet die Deutsche Bahn am Hauptbahnhof zehn Räder zum Verleih an. Start- und Zielpunkt ist im Unterschied zu den so genannten „Call-a-Bike“-Stationen in anderen Städten jeweils der Bahnhof als einzige Ausgabe- und Rücknahmestation. Pro Minute werden acht Cent berechnet, der Tageshöchstsatz beträgt neun Euro.

Auch die Stadt Saarbrücken will im Frühjahr 2011 mit einem eigenen Verleihsystem namens „SaaRad“ starten. Dabei sollen an 50 Stationen innerhalb des Stadtgebietes 450 Fahrräder angeboten werden. Im Sommer 2009 hatte die Stadt Saarbrücken mit ihrer Projektidee erfolgreich an einem Modellwettbewerb des Bundesverkehrsministeriums teilgenommen. Nun steht auch die Höhe der Fördermittel fest. Als einem von acht Preisträgern wurden der Stadt 1,42 Millionen Euro zugesagt. Durch „SaaRad“ will Saarbrücken dem Ziel näher kommen, den Anteil der Radfahrer am Verkehr bis 2015 auf zehn Prozent zu verdoppeln. Zudem sollen Lücken im Nahverkehr geschlossen sowie Stadt und Umland besser vernetzt werden.

Saarbrücken hofft dabei auf eine ähnlich hohe Resonanz wie in anderen Städten. So zeigt sich die luxemburgische Gemeinde Esch sur Alzette fünf Monate nach dem Start ihres Verleihsystems sehr zufrieden. Die Besonderheit des dortigen Systems besteht darin, dass die 150 Fahrräder – anders als etwa beim Vel’oh-Projekt in der Hauptstadt Luxemburg – kostenlos zur Verfügung stehen.

Für das Saarbrücker „SaaRad“-Projekt werden derzeit nach Aussage des Pressesprechers der Stadt, Thomas Blug, rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen geklärt. Auf Einladung des Bundesverkehrsministeriums habe zudem ein Treffen aller acht Modellstädte stattgefunden, bei dem über mögliche Kooperationen beraten wurde und sich die Städte mit Infos versorgt hätten, so Blug.

In das Angebot aufgenommen werden sollen neben konventionellen Rädern auch „Pedelecs“. Dabei handelt es sich um elektrisch betriebene Fahrräder, die an 20 Stationen im Stadtgebiet aufgeladen werden können.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) bewertet die Pläne grundsätzlich positiv, verweist aber auch auf den sonstigen Handlungsbedarf im Bereich der Infrastruktur. Thomas Fläschner, Vorstandssprecher des ADFC-Saar, bezeichnete das Vorhaben gegenüber der SZ als „absolut begrüßenswert.“ In früheren Jahren habe sein Verband Projekte wie diese noch abgelehnt, da die Infrastruktur für Radfahrer zu schlecht gewesen sei: „Hier hat es aber in den letzten Jahren Verbesserungen gegeben, zudem sind ja einige weitere Maßnahmen in Planung.“

Fläschner hofft insbesondere, dass das System – ähnlich wie in Luxemburg – dazu beiträgt, den Radfahreranteil zu steigern. So könnte mittelbar auch die Verkehrssicherheit erhöht werden: „Da es heute noch so wenige Radfahrer in Saarbrücken gibt, werden diese häufig übersehen und gefährdet“, so Fläschner. Abzuwarten sei, wie die Frage der Betriebskosten geklärt werde.

Dass durch Diebstahl Mehrkosten entstehen, ist zumindest unwahrscheinlich: Umgerechnet auf die Einwohnerzahl werden laut Polizei in keinem anderen Bundesland so wenige Fahrräder gestohlen wie hier zu Lande.

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