A8 Luxemburg - Saarlouis AS Perl in beiden Richtungen Anschlussstelle gesperrt, Baustelle bis 20.11.2017 06:00 Uhr (09.10.2017, 05:53)

A8

Priorität: Sehr dringend

6°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
6°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Saarbrücken stellt 45 neue Fachkräfte an Kitas ein

Das klingt richtig gut. Die Stadt Saarbrücken hat für ihre Kitas 45 neue pädagogische Fachkräfte eingestellt, Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kindheitspädagoginnen. 20 von ihnen werden als Springer eingesetzt. Ein Springer pro Kita soll in den Gruppen helfen, in denen ein Erzieher oder eine Erzieherin etwa wegen Krankheit oder Urlaub fehlt. Einige der neuen Fachkräfte haben ihren Dienst bereits begonnen, andere starten jetzt am Montag oder nach den Sommerferien. Damit sind die offenen Stellen von Jahresbeginn (wir berichteten) wieder besetzt. Außerdem beginnen ab 1. August 35 angehende Erzieherinnen und Erzieher als Abschluss ihrer Ausbildung ihr Anerkennungsjahr bei der Stadt. „Die Personalisierung ist damit sichergestellt“, betont Stadtsprecher Thomas Blug.

 

Darüber freut sich auch der Personalrat der Landeshauptstadt. Entwarnung gibt er aber nicht. Denn zu einem Personalengpass wie in den vergangenen Monaten könne es immer wieder kommen, meint Bernd Schumann, Vorsitzender des Personalrats. Schuld daran sei der Personalschlüssel, der viel zu knapp bemessen sei.

 

Den Mindestpersonalschlüssel errechnet das Landesjugendamt. Er besagt, wie viel Personal in einer Kita arbeiten muss, damit sie überhaupt aufmachen darf. „In dieser Berechnung ist eine Vor- und Nachbereitungszeit von 25 Prozent eingeschlossen, durch die auch Fehlzeiten etwa durch Urlaub, Krankheit und Fortbildung mitberücksichtigt sind“, erläutert Annette Reichmann, Sprecherin des saarländischen Sozialministeriums, dem das Landesjugendamt unterstellt ist. Und genau da liegt das Problem.

 

Zur Vor- und Nachbereitungszeit gehören so wichtige Dinge wie Entwicklungsgespräche mit den Eltern, Dokumentation der Entwicklung der Kinder oder Fortbildungsberichte. „Geht eine Erzieherin in den Urlaub oder wird krank, geht das von ihrer Zeit für diese Bildungsarbeit ab. Die braucht sie aber dringend, um ihren pädagogischen Auftrag zu erfüllen. Das ist absurd“, meint Schumann. Krankheit, Urlaubstage und Fortbildungen dürften nicht auf Kosten der pädagogischen Arbeit gehen, so wie es bisher der Fall ist. Das führte in den vergangenen Monaten unter anderem dazu, das Entwicklungsgespräche ersatzlos wegfielen, Ausflüge mit den Kindern abgesagt oder Fortbildungen, die den Erzieherinnen gesetzlich zustehen, gestrichen wurden. „Das frustriert unsere Erzieherinnen sehr, weil sie so ihrem Bildungsauftrag und Arbeitsanspruch nicht gerecht werden können.“ Nicht umsonst seien 80 Prozent aller Kündigungen bei der Landeshauptstadt im ersten Halbjahr 2016 im Sozial- und Erziehungsdienst gewesen.

 

Die Lösung: Zwölf Prozent mehr Personal , um Fehlzeiten abzudecken. So empfiehlt es auch die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGST), ein von Städten, Gemeinden und Kreisen getragener Fachverband für kommunales Management. Doch das wird im Saarland nicht berücksichtigt. „Einen weiteren Puffer in Höhe von zwölf Prozent hat es bisher im Rahmen der Berechnung des Mindestpersonalschlüssels nicht gegeben“, bestätigt Annette Reichmann.

 

Um einen Personalnotstand zukünftig zu vermeiden, müsse der Personalschlüssel aber dringend erhöht werden. Schumann: „Sonst stehen wir in einigen Monaten vor demselben Problem, weil Erzieherinnen krank werden, Beschäftigungsverbot aufgrund von Schwangerschaft haben oder aus anderen Gründen kündigen und wir wieder zu wenig Personal haben.“ Dann drohen erneut etwa verkürzte Öffnungszeiten wie zu Beginn des Jahres in einigen Kitas. Seine Forderung: „Wir erwarten von unserer Stadt Rückgrat gegenüber den Beschäftigten und die Unterstützung, die Forderung der Personalschlüsselerhöhung gegenüber dem Land zu vertreten.“
Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein