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Saarbrücken will 274 000 Euro in den Stadtwald investieren

Im Saarbrücker Stadtwald müssen viele Interessen unter einen Hut gebracht werden. Unser Foto zeigt Jennifer Siegler, die hier gestern den frühen Frühling genoss.

Im Saarbrücker Stadtwald müssen viele Interessen unter einen Hut gebracht werden. Unser Foto zeigt Jennifer Siegler, die hier gestern den frühen Frühling genoss.

Die Fakten sprechen aber eine andere Sprache. Wie Blechschmidt erläutert, wird dem Stadtwald seit den 1980er Jahren bewusst weniger Holzmasse entnommen als nachwächst. Die Ursache für diese schonende Bewirtschaftung bestand nach Worten des Försters darin, die Kriegsschäden auszugleichen. Für das Jahr 2014 weist der Forstwirtschaftsplan (wie in den Vorjahren) eine Nutzung von 10 000 Festmetern Holz aus, wogegen der Zuwachs mit exakt 12 083 Festmetern angegeben wird. Die Gesamtholzmasse des Stadtwaldes beträgt demnach 506 259 Festmeter.

Nach einem Beschluss von 1987 wird der Saarbrücker Stadtwald naturnah bewirtschaftet und ist seit 2002 nach den Kriterien von Naturland zertifiziert. Sechs Prozent Wald sind quasi „still gelegt“ (Naturlandreferenzfläche). Das besonders wertvolle Holz wird von eigenen Mitarbeitern gefällt und an die Industrie verkauft (vieles geht nach China und kommt eines Tages wieder im hiesigen Möbelhandel an). Das restliche Holz schlagen Auftragsunternehmer zur Weitervermarktung ein. Auch etwa 300 Privatleute sind Kunden des Stadtwaldes. Sie kommen aus allen Schichten der Bevölkerung, müssen einen Motorsägeführerschein vorlegen und machen sich unter Aufsicht der Mitarbeiter ihr Brenn- und Kaminholz für daheim selbst. Vielen kommt es nicht so sehr aufs Sparen an, sondern auf das Naturerlebnis und die körperliche Ertüchtigung.

Der Saarbrücker Stadtwald weist in den letzten Jahren immer einen Etat von gut einer Viertelmillion Euro in Einnahmen und Ausgaben auf. 2014 sind es laut Forstwirtschaftsplan fast 274 000 Euro. Die Kommunalpolitiker, die darüber zu befinden haben, stellen dem Forst und seinen Mitarbeitern (derzeit 13,5 Stellen inklusive Tierpfleger) regelmäßig ein gutes Zeugnis aus und würdigen die Art und Weise, wie im Stadtwald die Interessen von Natur- und Klimaschutz, Freizeitaktivitäten, Jagd und Holzwirtschaft ausgeglichen werden. Vor allem die Erholungsfunktion des Waldes in einer Großstadt und der rege Zuspruch verlangen einen besonders hohen Aufwand bei der Verkehrssicherung.

Der größte Waldbesitzer in den großen Grenzen von Saarbrücken ist übrigens gar nicht die Stadt, sondern der Saarforst Landesbetrieb, der eine Waldfläche von etwa 5000 Hektar bewirtschaftet. Auch er entnimmt weniger Holzmasse als nachwächst. Darüber hinaus besitzen hunderte Privatpersonen meist sehr kleine Waldflächen. Insgesamt macht der Privatbesitz nur etwa 300 Hektar aus.

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