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Saarbrücken will 400.000 Euro in Radwege investieren

Zwischen den Stühlen fühlt er sich oft, Rainer Bier, der Fahrradbeauftragte der Stadt Saarbrücken. Denn sein Arbeitsplatz ist das Umweltdezernat. Aber ob seine Vorschläge zu besseren Radwegen führen, hängt nicht zuletzt vom Baudezernat ab. Bier sagte bei der Präsentation seines Tätigkeitsberichts im Umweltausschuss: „Im Baudezernat bringe ich lediglich meine Argumente vor. An der Entscheidung selbst bin ich nicht beteiligt.“ Die Zusammenarbeit ließe sich denn auch verbessern, findet Bier – zugunsten der Radfahrer in der Landeshauptstadt.

Diese seien immer noch in der Minderheit. An den Fahrtstrecken, die Menschen in Saarbrücken zurücklegen, habe der Radverkehr nur einen Anteil von vier bis fünf Prozent. Damit liege Saarbrücken in Deutschland weit hinten.

„Die Situation ist auch deshalb so schwierig, weil Radfahren in Saarbrücken als sehr gefährlich empfunden wird“, sagte Bier. Deshalb müsse man nicht nur daran arbeiten, dass Radfahrer sicher unterwegs sind, sondern auch daran, dass sie sich beim Radfahren sicher fühlen. „Sie müssen das Signal bekommen, dass sie in der Stadt gewollt sind.“ Ein solches Signal sind nach Biers Ansicht genügend Stellplätze. Zwar gebe es davon mehr als je zuvor. Aber es seien viel zu wenige. „Solche Abstellanlagen fehlen in der Innenstadt immer noch flächendeckend.“ Bier will schon seit seinem Amtsantritt im August 2011 den Anteil des Radverkehrs steigern. Die Arbeiten, um diesen Plan in die Tat umzusetzen, seien voll im Gange. Beispielsweise in der Metzer Straße, wo die Stadt derzeit, wie vorgesehen, den Radweg ausbaue. Entlang der gesamten Lebacher Straße sollen demnächst Fahrradstreifen, sogenannte Schutzstreifen, in beiden Richtungen entstehen. „Die Arbeiten in der Lebacher Straße stehen schon lange an“, sagte Bier. Geschätzte Kosten: 72?000 Euro. Auch am Meerwiesertalweg, der sich nach Biers Worten als Unfallschwerpunkt für Radfahrer herausgestellt habe, werde gebaut. Die Wege würden umgestaltet beziehungsweise neu gebaut. Auch sei ein zusätzlicher Fuß- und Radweg zwischen der Universität und der Stadt geplant. Zudem werde der rechte Saaruferweg vervollständigt, kündigte Bier an. Möglich seien diese Arbeiten aber nur, da die Verwaltung in diesem und im nächsten Jahr 400?000 Euro zusätzlich ausgeben kann. Das Geld wäre der städtische Eigenanteil am letztlich gescheiterten Fahrradverleihsystem gewesen, erläuterte Bier der SZ auf Anfrage.

Sonst gebe der Stadthaushalt gerade einmal 50?000 Euro im Jahr für ein besseres Saarbrücker Radwegenetz her. Viel zu wenig, wie für Bier feststeht. „Man kommt mit diesem Geld nicht weiter, wenn man etwas bewegen will in der Stadt.“

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