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Saarbrücken will Heizpilze und bunte Plastik-Stühle vor den Kneipen verbieten

Saarbrücken. Heizpilze und bunte Plastikmöbel vor Saarbrücker Gaststätten sollen nach dem Willen der Stadtverwaltung künftig von der Bildfläche verschwinden. Dies will Baudezernentin Rena-Wandel-Hoefer in einer Gestaltungssatzung regeln, wie sie gestern vor Journalisten erklärte. Demnach müssten Gastwirte binnen fünf Jahren dafür sorgen, dass ihr "Mobiliar anständig aussieht", erklärte sie. Das heiße, "billigstes Plastikmobiliar in den kreischendsten Farben" sei nicht mehr erlaubt. Ärger bei den Wirten gibt es nach SZ-Informationen wegen des Verbots der mit Gas betriebenen Heizpilze aus Klimaschutzgründen. Der Stadtrat werde die Satzung am 16. März beraten, hieß es. ols



Wirte wollen Heizpilze behalten


Beim Treffen mit der Baudezernentin äußerten Wirte wenig Kritik an der Satzung, die bald die Farben von Schirmen und Stühlen auf dem Markt regelt. Ärgerlich finden sie aber, dass Heizpilze verboten werden sollen. Diese Ablehnung teilen auch noch andere Betroffene.

Saarbrücken. Noch vor gut einem Jahr fanden die Wirte am St. Johanner Markt und in der Bahnhofstraße es unverschämt, dass die Stadt ihnen vorschreiben will, welche Stühle und Sonnenschirme sie vor ihre Kneipen und Restaurants stellen dürfen. Inzwischen haben sie offenbar ihren Frieden geschlossen mit der so genannten Gestaltungssatzung, die der Stadtrat am 16. März beschließen soll. Diese enthält, entgegen der ursprünglichen Befürchtung der Wirte, dass sie künftig nur noch weiße Schirme und braune Stühle aufstellen dürfen, eine Farbpalette, in der auch Rot, Blau und Grün vorkommen.

Lediglich die Ankündigung, dass die Stadt Heizpilze verbieten will, löste etwas Gegrummel aus bei einem Gespräch der Wirte mit Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer, das kürzlich stattfand.

Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) habe da Bedenken, sagte der Landesgeschäftsführer Frank Horath. Die Heizpilze seien wichtig fürs Geschäft. Sie verstehe, dass Wirte unter Druck seien, sagte Wandel-Hoefer. Sie wies aber auch darauf hin, dass Heizpilze "Klimakiller" seien. Ein Heizpilz, 100 Tage lang je fünf Stunden in Betrieb, verursache drei Tonnen Kohlendioxid - soviel wie die Heizung eines Einfamilienhauses in der gleichen Zeit.

Bevor man die Heizpilze verbiete, müsse man den Wirten aber eine Chance geben, sich einen Alternative zu überlegen, mahnte Klimbim-Wirt Thomas Caldwell an. Wandel-Hoefer stellte eine Übergangsfrist bis zum Januar 2011 in Aussicht. Mit Strom betriebene Heizstrahler, die an der Kneipenfassade befestigt sind, bleiben erlaubt. Wandel-Hoefer: "Wir wollten nicht gleich alles unterbinden. Außerdem könnten diese Strahler theoretisch ja mit Ökostrom betrieben werden."

Dass das angekündigte Verbot der Heizpilze die Gemüter erregt, zeigte auch eine Umfrage in Saarbrücken. Sandra Angne (25), Servicekraft im "Sankt J." , sagte, es sei aus gastronomischer Sicht ein großer Nachteil, keine Heizpilze mehr aufstellen zu dürfen. "Es werden sicher weniger Gäste kommen, denn trotz Decken ist es draußen ohne die Wärme der Pilze sehr kalt."

Cristiano Vittozzi (21) ist Servicekraft im Saarbrücker "Alex". Er berichtete, dass es an seinem Arbeitsort nur Wärmestrahler gibt: "Die sind aber nicht so effektiv wie gasbetriebene Pilze."

"Es ist sehr schade, dass sie den Rauchern nun auch noch die Heizpilze nehmen wollen. Es ist schon eine Schande, draußen auf den Straßen rauchen zu müssen", so kommentierte Pace Agostini (49) von "Pizza per tutti" am Malstatter Markt die Ankündigung. Die Raucher seien nun zu sehr benachteiligt: "Die Heizpilze waren ein Trost für die, die zum Rauchen schon das Lokal verlassen mussten." Und Vito Bottano (49), der ebenfalls bei "Pizza per tutti" arbeitet, sagte: "Ich finde es sehr schlecht, dass Heizpilze verboten werden. Warum werden Raucher so diskriminiert?"

Joachim Rinkenbach (52), Gesellschafter der Hotel Fuchs GmbH in Saarbrücken, wies darauf hin: "Aus ökologischen Gründen lässt sich nicht bestreiten, dass die Heizpilze kritisch zu betrachten sind." Vor diesem Hintergrund schlage er vor, die klassischen Heizpilze erst mal noch beizubehalten und sie erst 2012 völlig abzuschaffen. "Ich finde die Idee mit dem Heizpilz-Verbot sehr schlecht" gab auch Mark Dilger (46), Wirt der Krotten-Schänke in Saarbrücken, zu Protokoll. Der Gästeschwund werde damit noch größer.



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